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Rezeption

 

Rezeption

Bereits nach der Premiere auf der Berlinale 2002 waren sich die Kritiker einig, dass Andreas Dresen ein einzigartiger Film gelungen ist. Die deutsche Presse feierte Andreas Dresen Film als einen berührenden Ostfilm, der auf humorvolle Art den tristen Alltag zweier Ehepaare in Frankfurt a. d. Oder näher bringt. „An Stelle von Tristesse zeigt sein Film die nicht unwitzigen Untiefen des Alltags, an Stelle von sozialer Härte einfach zwei Ehepaare über dreißig in Beziehungskrise, weshalb der Zuschauer den Film mit einem angenehmen Gefühlsmix aus Amüsement und Mitleid verlässt1.“ Die Zeit erahnt ein “ästhetisch-gesellschaftspolitischen Kinoprojekt, in dem die ostdeutsche Ernüchterung zum Symptom einer allgemeinen Katerstimmung wird2.” Der Tagespiegel preist den Film sogar als “Meisterwerk3” an. Es existiert kein großer deutscher Film, schreibt filmstarts.de. “Es gibt den kleinen, und der ist manchmal von einer attraktiven, begeisternden, intensiven Größe, dass es einem die Sprache verschlagen kann4.”

Besonders beeindruckt zeigte sich die Deutsche Presse von der fast dokumentarischen Machart und den überzeugenden Schauspielern. “Kaum zu glauben, wie punktgenau der Film die Verbindung von improvisierter Spontaneität und erzählerischer Konzentration hinbekommt, wie sicher er die Balance hält zwischen Drama und Komödie, wie lebensecht den Darstellern jede Geste, jedes Wort gerät5.” Obwohl diese Meinung von der Mehrheit der Kritiker geteilt wird, meldeten sich auch kritischere Stimmen zu Wort: „Halbe Treppe ist anzumerken, dass er eigentlich nicht ganz von den Menschen handelt, denen er versucht nahe zu sein, sondern von denen, die sie darstellen6.”

In Deutschland wurde der Film von insgesamt 443.101 Zuschauern im Kino angeschaut. In der Schweiz besuchten ihn 22.040 und in Österreich galt er mit lediglich 4.677 Zuschauern als kommerziell erfolglos.

Der Film gewann auf der Berlinale 2002 den Silbernen Bären und wurde beim Deutschen Filmpreis als Bester Spielfilm in Silber ausgezeichnet. Auch international konnte Halbe Treppe überzeugen. Auf dem Chicago International Film Festival wurde Andreas Dresen als Bester Regisseur und die vier Hauptdarsteller als Bestes Ensemble ausgezeichnet.

Quellen

1 Der Fluch der lächerlichen Liebe Fluch der lächerlichen Liebe von Barbara Schweizerhof in der taz vom 13.02.2002

2 Der Große Katzenjammer von Katja Nicodemus in Die Zeit

3 Das Glück liegt nebenan von Christina Tilmann in der Tagespiegel vom 01.10.2002

4 Filmkritik von Ulrich Behrens auf filmstarts.de

5 Filmkritik von Ekkehard Knörer im Magazin Jumpcut

6 Halbe Wahrheit von Andreas Thomas auf filmzentrale.de (September 2003)

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