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Kain-Abel-Motiv

 

Kain-Abel-Motiv in East of Eden

Die Bibel diente John Steinbeck und somit dem Film des Regisseurs Elia Kazan bzw. dem Drehbuchautor Paul Osborn als Grundlage der Handlung. Im 1. Moses 4 wird vom Brudermord Kains an Abel berichtet (hier beachten: Cain-Caleb, Abel-Aron). Kain ist Ackermann und Abel Schäfer. Beide bringen dem Herrn Opfer dar, Kain bietet ihm Feldfrüchte an und Abel schlachtet ein Lamm für den Herrn. Abels Opfer wird gütig vom Herrn aufgenommen, Kains Geschenk findet aber kein Gefallen. Daraufhin erschlägt Kain seinen Bruder Abel.

Da sprach der Herr zu Kain: „Wo ist dein Bruder Abel?“ Er sprach: „Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?“ Er aber sprach: „Was hast Du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde. Und nun: Verflucht seist Du auf der Erde, die ihr Maul aufgetan hat und deines Bruders von Deinen Händen empfangen.“

Diese Bibelstelle wird in mehreren Szenen des Films reflektiert. Der Film basiert auf der Trennung Gut-Böse, regt aber zum Nachdenken über dieses Denkschema an. Selbst auf dem Kinoplakat ist diese Leitfrage zu finden: „Sometimes you can’t tell who’s good and who’s bad!“ Cal wird vom Vater verdammt, obwohl er vom Grundgedanken her Gutes stiften wollte – wie auch Kain in der Bibelgeschichte. Sein Geschenk, sein Opfer, wird vom Vater verschmäht. Zutiefst verletzt möchte sich der ungeliebte Sohn nun rächen. Zwar tötet er seinen Bruder nicht, doch veranlasst diesen, sich freiwillig als Rekrut zum Krieg zu melden.

Der Vater steht im Film für den scheinbar ungerechten Gott. Er möchte, dass sein Sohn „gut“ wird und versucht ihn durch das Vorlesen aus der Bibel zur Vernunft zu bringen. In der Schlüsselszene (Geburtstagssequenz) lehnt Adam das Geschenk Cals aus moralischen Gründen ab. Er lobt Aron für das „Geschenk von menschlicher Größe“ und fordert von Cal, endlich ein gutes Leben zu führen. Dieser ist zutiefst verletzt, wollte er doch mit seinem Geschenk die Liebe seines Vaters gewinnen. Viele Motive, die in der Bibel vorgegeben sind, dienen also dem Roman und somit auch dem Film als Vorlage.

Quelle

Bibel, 1. Moses 4 – nachzulesen auf Bibel-Online

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