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Herbst/Autumn

Sonbahar

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8.00
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Filmdaten

Status:
Veröffentlicht am 2008-12-19
Laufzeit:
106 Minuten
Sprachen (im Original):
Armenisch, Georgisch, Türkisch
Produktionsfirmen:
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Türkischer Beitrag auf dem Locarno Festival 2008 mit deutscher Koproduktion. Yusuf (Onur Saylak) wurde in den 1990ern inhaftiert, weil er sich für den Sozialismus in der Türkei einsetzte. Nun wird er entlassen und kehrt in sein Dorf zurück, wo sich vieles verändert hat. Mit Jugendfreund Mikhail und der Prostituierten Eka versucht er aus dem tristen Alltag auszubrechen.

Handlung

Melancholie und Kontemplation pur verströmt das türkische Arthaus-Drama um einen ehemaligen politischen Gefangenen, der in seinem Bergheimatdorf den Weg zurück ins Leben sucht.

Mit seinem Spielfilmdebüt stellt Özcan Alper eine sehenswerte Alternative zu Nuri Bilge Ceylan, dem Aushängeschild kontemporärer türkischer Kinokunst, zur Option. Nach einem wahren Festivalmarathon mit erstaunlichem Preissegen sollten nun einheimische Arthausgänger den Starttermin wahrnehmen. In dem melancholischen Melodram um einen (noch) jungen Mann, den die brutale Haft brach, drücken majestätische Landschaften alle Emotionen aus.

Yusuf (Onur Saylak) ist nach zehn Jahren zwar physisch aus der Haft entlassen, mental aber lebenslänglich hinter Gittern. Als 22-jähriger beteiligte er sich an sozialistischen Studentenprotesten und lernte anschließend türkische Hochsicherheitsgefängnisse kennen, durch die immer noch der Midnight Express fährt. Rückblenden erzählen mit dokumentarischen Videoaufnahmen von der gewaltsamen Niederschlagung des Hungerstreiks gegen die unmenschlichen Bedingungen, wonach Yusufs Gesundheit ruiniert ist. Er ist unheilbar an Tuberkulose erkrankt und wird deshalb vorzeitig entlassen. Er kehrt in sein Geburtsdorf an der georgischen Grenze zurück, eine archaische Bergwelt, wo seine nunmehr verwitwete Mutter vor Sorge um ihn vergeht. Hustengeplagt schweigt er zum Geschwätz der alternden Anrainer, findet nur bei seinem früheren Mitstreiter Mikhail Anschluss, während er sonst auf der Suche nach der verlorenen Zeit ist.

Dieser Stillstand, während die Welt sich weiterdrehte, er seine Ideale verlor und Yusuf zum Fremden im eigenen Land degradierte, spiegelt sich im Low-Fi-Stil, der doch spektakulär ist: Fast nur mit Naturlicht meditiert Feza Caldirans Kamera über eine abgeschiedene Bergwaldwelt, in der ein heraufziehender Winter den sonnigen Herbst ablöst und immer wieder an Theo Angelopoulos’ Nebellandschaften gemahnt – abzüglich aller Bedeutungsschwere. Ein stiller Film, der die Einsamkeit und Isolation, die Gefangenschaft in sich selbst, die Einkehr und Erinnerung mit besinnlichen Impressionen artikuliert.

Das Schicksal eines Mannes, der daran scheitert, wieder ins Leben zurück zu finden, kreuzt Alper mit dem der Immigrantin Eka (Megi Koboladze), die heimwehgeplagt ihren Körper verkauft, um ihre Familie in Georgien zu unterstützen. Zwischen den beiden Grenzgängern der Gesellschaft zeichnet sich eine zarte Annäherung ab. Yusuf pendelt zwischen Bergeinsamkeit und sehnsuchtsvollen Besuchen an Schwarzmeergestaden.

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