Dokumentarfilm

 
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Erdlinge (9.00)
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7.12
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Der Dokumentarfilm ist ein auf der Realität beruhender Filmtyp ohne Berufsschauspieler und ohne Spielhandlung. Von Siegfried Kracauer als Tatsachenfilm bezeichnet, bezweckt er in erster Linie, in relativ ungezwungener, erfreulicher und müheloser Weise zu informieren und zu belehren.

Die Filmgeschichte wird an sich in realistisch-dokumentarische und formgebend-fiktionale Richtungen eingeteilt. Méliès und Lumière leiten das Genre vom lateinischen ‚dokumentum’ ab und messen somit dem Dokumentarfilm die Qualität des Beweises und der Beglaubigung zu, da das Dokument als ein dem Beweis dienendes Schriftstück gilt. Allerdings bleibt die Frage, wofür der Dokumentarfilm als Beweis stehen soll?

Thematisiert werden häufig unter dem Blickwinkel mehrerer Kameras und mit der Problematik der Kadrage, realistische Ereignisse in Politik, Wirtschaft, Soziologie, Psychologie, Medizin, Kunst. Daher sollen Dokumentarfilme zumeist Beweise für eine These sein, die einer jeweiligen Argumentation zugrunde liegt.

Für die Bestimmung des Dokumentarischen ist die vorfilmische Realität in Abgrenzung zur nichtfilmischer Realität wichtig. Der Produzent muss so darstellen, dass der Rezipient es decodieren kann. Die Bedingungen der Filmrezeption sind entscheidend für die Anerkennung eines filmisch vermittelten Vorgangs als authentisch.

Des Weiteren gibt es die Unterscheidung zwischen inszeniertem und nicht inszeniertem Dokumentarfilm, deren Grenzen allerdings schwammig und noch nicht ausdefiniert sind. Manipulation kann nämlich nicht nur in den Bildern, sondern auch im Kommentar und der Tonspur vorliegen.

Leichte 16mm-Handkameras kombiniert mit lippensynchroner Tonaufnahme und empfindlicheren, kleinen Mikrophonen perfektionieren Anfang der 1960er die mobile Aufnahmetechnik von ethnographischen Filmteams und Fernsehreportern. Es prägt sich die neue Ästhetik des „Direct“ heraus. Die hierbei entstehenden filmischen Diskurse unterscheiden sich nicht unwesentlich voneinander: die nordamerikanischen Exponenten Richard Leacock und Robert Drew kultivieren die unmerkliche Beobachtung, den „fly-on-the-wall-documentary“ bis hin zum Einsatz von versteckten Kameras. Die führenden europäischen Dokumentaristen bevorzugen die von der Ethnologie und Psychologie entlehnten Methoden der partizipierenden Beobachtung unter ausdrücklichem Einschluss der Konfrontation mit den gefilmten Personen. Beide Richtungen beruhen jedoch entscheidend auf einer Aufwertung des Visuellen und des Direkttons gegenüber dem im klassischen Tondokumentarfilm dominierenden Off-Kommentar mit illustrativen bzw. demonstrativen Bildern. An die Stelle einer in erster Linie didaktischen Intention (die aber keineswegs eliminiert ist) tritt die Betonung der Beobachtung, so dass die unterschiedlichen Ausprägungen des Direct Cinema in ihrem phänomenologischen Interesse eine gemeinsame Basis haben, die sich im jeweiligen Diskurs der Dokumentarfilm als „codes of observation“ artikuliert.

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