Prohibition

 

Eine Ära in der bestimmte Drogen vollständig verboten waren. Den Begriff Prohibition verbindet man insbesondere mit dem allgemeinen Alkoholverbot in den USA und das dadurch aufkommende Gangstertum.

Prohibition

Als Prohibition (von lat.: prohibere = verhindern) bezeichnet man das vollständige Verbot bestimmter Drogen, zum Beispiel das Verbot des Alkoholverkaufs und -genusses. Die Zeit von 1919 bis 1932, in der in den USA der Handel mit und Konsum von Alkohol per Gesetz verboten war, ist als die Alkoholprohibition in die Geschichte eingegangen.

Die Vorgeschichte

Die amerikanische Prohibition wurde erstmals 1851 im Staat Maine in einem Zeitalter der Staatstreue und der christlichen Überzeugungen eingeführt. Bis 1916 zogen 23 Staaten nach – 17 davon durch eine Volksabstimmung. Gegen Ende des 1. Weltkrieges erließ das Parlament die sogenannte “Kriegsprohibition”. Als 1920 letzlich die “Bundesprohibition” eingeführt wurde, waren die meisten Staaten schon längst trocken.

Das Scheitern der Prohibition in den USA

Der ursprünglichen Intentionen der Prohibition:

  • die Wirtschaftsleistung zu verbessern, indem weniger Arbeiter drogenbedingt ausfallen
  • die Sterblichkeitsrate zu verringern
  • das Verbrechen zu reduzieren
  • die Armut zu vermindern
  • die Lebensqualität zu steigern.

... waren allesamt löblich und erstrebenswert, führte aber zu der ungewünschten Nebenwirkung, dass über Nacht Millionen von Amerikanern zu Kriminellen wurden, indem sie beispielsweise ein Glas Wein zum Essen tranken.

Gefährliche Nebenwirkung dieser Kriminalisierung: Das Volk wurde bezüglich seiner Gesetzestreue entsensibilisiert. Die Prohibition stellte für die bereits etablierten Clans und Banden den idealen Hebel dar, um die Gesetzlichkeit gänzlich aus den Angeln zu heben. Der von den Prohibitionsbefürwortern prognostizierte heilsame gesellschaftspolitische Gesamteffekt blieb demgegenüber aus. Die Prohibition führte zu einer Aufweichung der Rechtssicherheit. In Gebieten, wo ein Verfassungsgrundsatz missachtet wurde, stießen auch die anderen Rechtsgrundsätze nicht auf große Achtung. Nachdem die US-Verbrechensraten für Raub, Diebstahl und Mord seit Beginn bis Mitte der 1920er Jahre kontinuierlich anstiegen, sanken Sie nach 1933 dramatisch.

Angesichts des tatsächlich erreichten Rückgangs des Pro-Kopf-Konsums könnte man bestenfalls von einem Teilsieg sprechen, da der Alkoholkonsum in den Jahren der Teilprohibition und vor allem während der Totalprohibition niedriger lag als je zuvor oder nachher. Während des Verbotes gab es naturgemäss zwar keine Konsumstatistik, es konnten aber der alkoholbedingte Rückgang von Schäden wie Leberzirrosen, als Indiz hinzugezogen werden.

Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise der beginnenden 30er Jahre wurden 1933 der Verfassungszusatz und damit die Prohibition aufgehoben. Die einzelnen Staaten behielten aber das Recht, eigene Alkoholgesetze zu erlassen, also z.B. ein Alkoholmonopol einzuführen, das unter Umständen alle Getränke erfassen und den Ausschank in Gaststätten verbieten kann. Noch heute gibt es Gemeinden und Abstimmungsbezirke in großen Städten, in denen durch Volksabstimmung der Verkauf und Ausschank alkoholischer Getränke verboten ist.

Quellen

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