Entgegen dem klassischen Helden, der edel und gut seine Abenteuer bestreitet, zeigt der Antiheld Schwächen oder wählt unlautere Mittel, um sein Ziel zu erreichen.

Der Antiheld im Film

Der Antiheld ist der Gegenentwurf zum klassischen Helden, der sich durch vorbildliches und selbstloses Handeln auszeichnet und dafür vom Zuschauer bewundert wird. Im Gegensatz zum strahlenden Helden zeigt er seine Schwächen und wird dadurch für den Zuschauer nahbar und sympathisch.

Der Antiheld verzweifelt an seiner Situation und hat keine Lösung für diese parat. Der Antiheld stellt immer nur Fragen, während der Held Antworten gibt. So tötet Hamlet, ein frühes Beispiel eines Antihelden, nicht etwa Claudius, der Hamlets Vater auf dem Gewissen hat, sondern verharrt so lange in Untätigkeit, bis am Ende des Dramas nahezu alle Figuren, auch Hamlets Geliebte Ophelia, ihr Leben gelassen haben. Hamlet verhält sich nicht heldenhaft: Er statuiert kein Exempel an Claudius, dem Königsmörder. Er rächt nicht den Tod seines Vaters und stellt die Ordnung von Gut und Böse wieder her, wie man das von einem Helden erwartet. Stattdessen sinniert er über das Für und Wider seiner Rache, zweifelt an der Richtigkeit seines Auftrags und verliert am Ende alles. An die Stelle der heldenhaften Überzeugung tritt der Antihelden-typische Zweifel1.

Den Antiheld zu beschreiben ist äußerst schwierig, da er sich nicht durch seine Taten auszeichnet, sondern durch das was er nicht tut. Er setzt sich nicht heroisch für seine Umwelt ein oder kämpft gegen Ungerechtigkeit an. Er hat kein klares Ziel vor Augen. Während der Held ein Mann der Tat ist, ist das Handeln des Antihelden durch das Zweifeln bestimmt.

Im Film zeigen sich verschiedenste Varianten des Antiheld: Donald Duck im Comic als Gegenentwurf zu Helden wie Superman, die Protagonisten des „Spaghetti-Western“, wie Django oder Bill Munny (Erbarmungslos), als Gegenspieler des amerikanischen Überhelden John Wayne oder den „Dude“ aus The Big Lebowski, der sich dem, was als normal und als in der Gesellschaft als erstrebenswert angesehen wird, entgegenstellt und seinen eigenen „Way of Life“ entwickelt. Auch in der Helden Saga Krieg der Sterne findet sich mit Han Solo ein klassischer Antiheld, der seine eigenen Interessen über alles stellt und so beispielsweise den hehren Ziele eines Luke Skywalker gegenübersteht.

Quellen:

1 aus Oliver Nöding – Camus’ Philosophie des Absurden und der Antiheld (PDF-Dokument)

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