Selbstmordattentäter

 
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Selbstmordattentate werden von verschiedenen Seiten unterschiedlich beurteilt. Die heutige politische Lage wird durch sie besonders im Nahen Osten zugespitzt.

Geschichte der Selbstmordattentate

Das Selbstmordattentat ist schon aus der Antike bekannt und im Alten Testament (Buch der Richter, Kapitel 16) überliefert. Ende des 11. Jahrhunderts machte die Assassinensekte, eine radikale Abspaltung des schiitischen Islam, von sich reden: Attentäter erstachen ihre Feinde mit einem Dolch und ließen sich anschließend selbst umbringen. Jahrhunderte später analysierte der französische Soziologe Emile Durkheim (1858-1917) den Selbstmord „für ein höheres ideelles Gut“ als gesellschaftliches Phänomen und fand dafür den Begriff des „altruistischen Selbstmords“. In Durkheims Schema passten über 50 Jahre später, während des Zweiten Weltkriegs, die gefürchteten japanischen Kamikaze-Flieger. Ihre Taktik „inspirierte“ wiederum die palästinensische Kampforganisation „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ (PFLP). Attentäter dieser PFLP traten bei Anschlägen in den 1970er-Jahren säkular auf, sie wurden von ihren Anführern jedoch als Schuhada, als „islamische Märtyrer“, gefeiert. Schon damals instrumentalisierten also säkulare Terrororganisationen die Vorstellung im Islam, dass der Krieger, der auf dem Schlachtfeld des „Heiligen Krieges“ fällt, ein Märtyrer ist. Erst mit den Selbstmordanschlägen der Hisbollah Anfang der 1980er-Jahre im von Israel teilbesetzten Libanon kam es jedoch zu einer Verschmelzung von Religion und Selbstmordattentat: In Abgrenzung zum Selbstmord, den der Islam (genauso wie Euthanasie oder Abtreibung) als einen unerlaubten Eingriff in die Domäne Gottes streng verurteilt, bezeichneten einige islamische Rechtsgelehrte die Selbstmordattentate nun als Istischhad, als „die Suche nach dem Martyrium“. Für palästinensische Terrororganisationen ist der Istischhadi ein „Märtyrer an sich selbst“ und wird noch mehr verehrt als ein im Kampf Gefallener.

In Krisengebieten nehmen Selbstmordattentate zu, die sich allerdings im Ziel und der Ausführung unterscheiden. Während die Hissbollah Attentate mit Sprengstoffgürteln entwickelt hat, übte die Al-Quaida am 11. September 2001 Attentate auf das World Trade Center mit Passagierflugzeugen aus. Die Tamil Tigers, die Hamas, in Tschetschien oder im Irak – Selbstmordattentate gewinnen vor allem für terroristische Minoritäten in der Opposition oder im Kampf gegen eine bestimmte Macht an Bedeutung. Erklärungsmuster für dieses Phänomen variieren enorm.

Palästinensische Terrororganisationen

Im Westjordanland und im Gazastreifen gibt es verschiedene Organisationen, auf deren Rechnung Attentate in den israelischen Städten gehen. Am bekanntesten sind zurzeit die Hamas und der Al-Jihad Al-Islami, auch aufgrund der großen Zahl und verheerenden Folgen ihrer Anschläge. Ferner gibt es die Al-Aksa-Brigaden und die Tansim-Milizen. Beides sind militärisch orientierte Abspaltungen der ehemals von Yassir Arafat, dem langjährigen Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), geführten Fatah-Partei. Eine frühe radikale Abspaltung der PLO ist die Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP). Sie wurde 1967 unter dem Vorsitz des christlichen Palästinensers Georges Habash gegründet. Als marxistisch-leninistische Terrororganisation zog sie vor allem durch Flugzeugentführungen bis in die 1970er-Jahre hinein die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich und schadete damit den Initiativen zur Lösung des Nahost-Konflikts aus den Reihen der PLO.

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