Western

 
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Das Genre Western bezieht sich auf Filme, die den Mythos der Eroberung des westlichen Nordamerikas während des neunzehnten Jahrhunderts darstellen. Im Mittelpunkt des klassischen Westerns steht die Selbsterfahrung eines Einzelnen (oder einer Gruppe) bei der Besiedlung und Zivilisierung des neuen Gebietes, sowie die damit einhergehenden Konflikte.

Als der erste Western wird Der große Eisenbahnraub (siehe Bild links) von 1902 betrachtet. Der nur zwölf Minuten lange Spielfilm wurde in der Folge nachgeahmt, da er viele Elemente des Genre Klassischer Western bereits enthielt. Eines dieser Elemente ist die Konfrontation zwischen den Hauptfiguren: der “Gute” ist in der Regel der Cowboy oder der Sheriff, der gegen das “Böse” kämpft. Allerdings waren die Charaktere zu der Zeit noch weitaus weniger komplex als in den späteren Filmen des Genres. Wichtige Filme der Anfangszeit waren Das Leben eines amerikanischen Feuerwehrmanns (1902), Der rote Mann und das Kind (1908), sowie Das Massaker (1912, beide von D. W. Griffith). In den Folgejahren waren vor allem die Western von Thomas Harper Ince bekannt.

Allgemein gilt der Western vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bis zu den 1970er Jahren als das wichtigste Filmgenre der USA. Die vierziger und fünfziger Jahre gelten dabei als der Höhepunkt des Genres. Der Western hat nach der Meinung vieler Kritiker grundlegend zur Mythenbildung der USA beigetragen: ein (männlicher) Held trägt zur Zivilisierung eines Kontinents bei, der am Ende von festen Gesetzen geregelt wird. 1939 gilt als das Jahr des Western, in dem zahlreiche Klassiker in den Kinos anliefen: Ringo, Union Pacific, Jesse James, Dodge City, etc. Neue Aspekte dieses wiedergeborenen Genres waren der Mythos um den Eisenbahnbau und der Wandel von einer individuellen Moral zu den allgemeinen Gesetzen der Gesellschaft. In dieser Zeit entstand auch die Figur des “Outlaws”. Dieser Begriff, zu deutsch Gesetzloser, bezeichnet ursprünglich jemanden, der von der Gesellschaft ausgestossen worden ist. Im Falle des Western gelten Figuren wie Jesse James und Billy the Kid.

Der Wandel des Genres

Der Boom des Western dauerte bis zum Ende der fünfziger Jahre an. Einer der letzten Filme dieser Zeit ist Der schwarze Falke (1956) von John Ford, der das Genre maßgeblich veränderte. Ab dem Zeitpunkt wurden die Charaktere sehr viel komplexer und die Unterscheidung in Gut und Böse wurde erheblich schwieriger. Kritiker mutmaßen, dass der Western in seiner ursprünglichen Form in den USA zu der Zeit der Bürgerrechtsbewegungen (Studenten- und Frauenbewegung, Anti-Kriegsbewegung), die mit einem Wandel des Männerbildes einhergingen, nicht mehr genügend Abnehmer hatte. Im Anschluss daran entstanden unter anderem der epische und der psychologische Western.

Im Laufe der Zeit haben sich somit verschiedene Subgenres des Western herausgebildet, ohne dass sich die klassischen Orte, Figuren und Handlungsabläufe des Genres wesentlich verändert haben: der klassische Western wurde Ende der sechziger Jahren abgelöst vom Genre Später Western. In diesem Subgenre geht es um andere, neuere Themen und auch die Charaktere sind anders angelegt. Zu Beginn der siebziger Jahre entstand auch der Italowestern, der sehr viel mehr Gewalt zeigt als der klassische Western. Beiden späten Subgenres wurde nachgesagt, das Thema des Western auf realistischere, direktere und zynischere Art zu präsentieren. In der näheren Vergangenheit gelang es einzelnen Filmen immer wieder das Genre neu zu beleben, so z.B. Der mit dem Wolf tanzt (1990), Erbarmungslos (1992) und Dead Man (1995). Eine Überschneidung gibt es mit dem Genre des Science Fiction, das den Western auch auf der Erfolgs- und Einnahmeebene ablöste. Für viele Filmkritiker scheint dieses naheliegend zu sein, da mit der Erschließung des Westen Nordamerikas auch die Freiheit schwand, die daraufhin im Weltraum gesucht werden sollte.

Weitere Informationen im Internet

  • Western bei der deutschen Wikipedia
  • Western in Dirk Jaspers Filmlexikon

Quellen

  • Faulstich. Filmgeschichte. Paderborn: Wilhelm Fink, 2005. S. 36, 58, 103

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