Independent-Film

 

Independent bedeutet, dass ein Film nicht im Auftrag einer Produktionsfirma gedreht wird und der Film aus eigener Tasche bezahlt wird. Im US-amerikanischen Raum wird Independent oft mit dem in Europa üblichen Ausdruck des Autorenkinos gleichgesetzt.

Entstehung des Independent-Films

Der Begriff des Independentfilm wird seit den 1980er Jahren verwendet. Ein frühes Beispiel für diese Produktionsweise ist Stranger Than Paradise von Jim Jarmusch.

Ursprünglich bedeutete “Independent-Film”, dass der Regisseur des Films diesen ohne Vertriebsvertrag und mit eigenen Mitteln hergestellt hat. Das beinhaltet auch die Übernahme aller anfallenden Kosten und teilweise auch die Zahlung niedrigerer Gagen an die Schauspieler. Es handelt sich aus diesem Grund zeitgleich oft um einen Low Budget-Film. Die Budgethöhe ist somit ein wichtiges Kriterium: dieses beträgt bei dieser Kategorie Filme in der Regel um die eine Million US-Dollar oder weniger. Der Independent-Film zeichnet sich demnach durch das Kriterium der Unabhängigkeit der Produktion, der Finanzierung und des Vertriebs aus.

Auch inhaltlich unterscheidet sich der “Indie” vom Hollywood-Film: Independent-Filmemacher lassen häufig eine persönliche Note in ihre Filme oder ihr Gesamtwerk einfließen. Dieses Charakteristikum geht zurück auf die Prinzipien der Nouvelle Vague, die sich an einer “politique des auteurs” orientierten. Die Filme der Nouvelle Vague und die damit zusammmenhängende Autorentheorie hat in den USA Regisseure wie Martin Scorsese, Francis Ford Coppola und William Friedkin beeinflusst.

Desweiteren wird in “semi-independent” unterschieden: dabei handelt es sich um Filme, die zwar nicht von einem großen Studio produziert werden aber im Vorfeld bereits einen Verleih-Vetrag abgeschlossen haben.

Heute wird die Bezeichnung “Independent-Film” häufig generell für amerikanische Filme mit einem Budget unter 10 Millionen US-Dollar angewendet. Kritiker sprechen deswegen von einer Vereinnahmung der Independent-Szene durch Hollywood:

Die Independent-Szene wurde von Hollywood vereinnahmt. Die Hollywood-Leute suchen nach neuen Talenten. Sie benötigen einen fruchtbaren Boden und den repräsentiert der Independent-Film.1

Mitte der 80er Jahre wurde der Aufstieg des Independent-Films durch den zunehmenden Erfolg afroamerikanischer Regisseure zusätzlich angekurbelt. Dabei waren vor allem die Filme von Spike Lee von großer Bedeutung: seinem She’s gotta have it folgten viele weitere Filme, die auch alle im “guerilla-style” finanziert wurden. Ähnliche Probleme hatten Julie Dash oder Robert Townsend, die wie Spike Lee dazu beitrugen den “scharzen” Independent-Film nach der Blaxploitation-Ära der 1979er Jahre wieder bekannt zu machen.

Einer der ersten “schwarzen” Independent-Filme war übrigens Birth of Race (1918) von John W. Noble, der als Gegenfilm zu Die Geburt einer Nation (1915) produziert wurde.

Doch nicht nur in den USA, sondern in vielen anderen Filmnationen entstehen heute Independentfilme.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen im Internet

Quellen

  • Jahn-Sudmann. Der Widerspenstigen Zähmung? Zur Politik der Repräsentation im gegenwärtigen US-amerikanischen Independent-Film. Bielefeld: transcript, 2006. S. 9, 30ff

1 Jahn-Sudmann. Der Widerspenstigen Zähmung? Zur Politik der Repräsentation im gegenwärtigen US-amerikanischen Independent-Film. Bielefeld: transcript, 2006. S. 9

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