Ritterfilm

 
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33
Erster Film:
Höchstbewerteter Film:
Der Hofnarr (8.67)
Durchschnittliche Bewertung:
6.07
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Der Ritterfilm ist ein Subgenre des Abenteuerfilms, mit dem er die Erfüllung einer oft schwieirgen Mission teilt. Der Protagonist ist in diesem Fall der Ritter, der im Mittelalter für den König, ritterlichen Ruhm oder eine Frau kämpfte.

Der Ritterfilm bezieht sich sehr häufig auf literarische Werke und dabei zumeist auf Romane. Beliebte Themen sind dabei die Kreuzzüge und die schottischen Unabhängigkeitskämpfe (besonders in den Romanen Walter Scotts) und die Artus-Sage. Walter Scott entwickelte im achtzehnten Jahrhundert das neue literarische Genre des historischen Romans, auf das sich das Kino und vor allem der Historienfilm immer wieder bezogen. Sein Roman “Ivanhoe” (1820) wurde 1952 verfilmt (Ivanhoe, der schwarze Ritter) und thematisiert die Spannungen zwischen Normannen und Angelsachsen im England des 19. Jahrhunderts. Als ein “Höhepunkt des klassischen Hollywood-Kinos” 1 wird The Adventures of Robin Hood mit Errol Flynn und Claude Rains von 1938 bezeichnet.

Auch die Artus-Sage taucht in den Filmen immer wieder auf: es geht um den König Arthur, der die besten Ritter an seiner Tafel zusammenführt um sein Reich abzusichern um es dann im Endeffekt doch zu verlieren. In den Ritterfilmen können abenteuerliche Aspekte wie Jagd, Sport und Feste aber auch Magie und Übernatürliches auftreten. Genretypisch sind außerdem die Welt der Burgen, Schlösser und Turniere, sowie Drachenkämpfe und die Rettung von Jungfrauen:

Zu erringen gilt es die Liebe einer Frau, ritterlichen Ruhm oder den Gral, und auf dem Weg dahin werden alle Konflikte im direkten Zweikampf beigelegt, erst zu Pferd mit dem Speer, dann zu Fuß mit Schwert und Schild, bis zum Tod oder der Aufgabe des Gegners. 2

Der Held des Ritterfilms

Der Held des Ritterfilms ist demnach derjenige, der die einfachen Ziele dieser Idealwelt mitsamt ihren Regeln konsequent verfolgt. Der Ritter ähnelt dabei stark dem Westernheld: beide halten sich viel in der Natur auf (Wald versus Wüste), beide kämpfen in der Regel allein und für das “Gute”. Diese Ähnlichkeit wird vor allem in El Cid (1961) deutlich. Die beiden wichtigsten Helden des Ritterfilms sind “Robin Hood” und “Richard Löwenherz”. Beide wurden schon von Sean Connery dargestellt, der als wichtigster Darsteller des Genres gilt. In den früheren Filmen wurde diese Rolle von Errol Flynn und Douglas Fairbanks eingenommen. Sean Connery hat mittlerweile jede Figur der Ritterwelt bereits einmal gespielt: Robin Hood (1975), Richard Löwenherz (1991), den Zauberer (Sword of the Valiant), den geheimnisvollen grünen Ritter, den König in _First Knight und viele andere wurden von ihm dargestellt. Auch in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug hilft er bei der Suche nach dem heiligen Gral. Die einzige Figur, die Connery bis heute nicht besetzt hat ist die des Don Quichots.

Der Erfolg des Genres

Der Ritterfilm war vor allem in den fünfziger Jahren sehr erfolgreich. Zu dieser Zeit führte Großbritannien Importquoten für amerikanische Filme ein, was die Amerikaner dazu veranlasste, die Filme direkt vor Ort zu drehen. Die englische Landschaft bot sich vor allem für Ritterfilme an. Zeitgleich lief die erfolgreiche englische Serie The Adventures of Robin Hood im Fernsehen an, die etliche weitere Verfilmungen des Stoffs nach sich zog. In den zwei nachfolgenden Jahrzehnten wurde es still um den Ritterfilm. Die einzige Ausnahme stellen dabei die späten Ritterfilme Lancelot du Lac (1974) von Robert Bresson und Robin and Marian (1975) dar. Ersterer verfilmt die Geschichte von Lanzelot und Ginevra und stellt dabei nicht den sportlichen, sondern den komischen Aspekt des Genres dar. Erst in den achtziger Jahren erfuhr das Genre ein Comeback mit Excalibur (1981) und Sword of the Valiant (1983), das sich auch in den Neunzigern fortsetzte (First Knight). Letzterer, zu deutsch Der erste Ritter (1995), spielte längst nicht die erwarteten Einnahmen ein. Ein etwas anderer Ritterfilm ist Ritter aus Leidenschaft (2001), der mit vielen modernen Elementen versehen ist, wie z.B. einer Filmmusik von Queen. Die beiden aktuellsten Filme des Genres sind A Knight’s Tale (2001) von Brian Helgeland und King Arthur über die Ritter der Tafelrunde und König Arthur aus dem Jahre 2004.

Besonders viele Überschneidungen gibt es zwischen dem Ritterfilm und dem Western. Zu dem Genre des Abenteuerfilms gibt es nur wenige Ähnlichkeiten, da der Ritter auch mal scheitern kann; dies muss nicht unbedingt auf tragische, sondern kann auch auf komische Art und Weise geschehen. Es kann also auch Überschneidungen mit der Komödie geben. Ein weiteres Genre, das dem Ritterfilm ähneln kann, ist das der Science Fiction (Krieg der Sterne) und Fantasy (Highlander).

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen im Internet

Quellen

  • Faulstich. Filmgeschichte. Paderborn: Wilhelm Fink, 2005
  • Traber/Wulff (Hrsg.). Filmgenres. Abenteuerfilm. Stuttgart: Reclam, 2004

1 Traber/Wulff (Hrsg.). Filmgenres. Abenteuerfilm. Stuttgart: Reclam, 2004. S. 46 fn2. ibid. S. 43

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