Italowestern

 
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178
Erster Film:
Höchstbewerteter Film:
Django (8.67)
Durchschnittliche Bewertung:
5.50
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    Prügel-Western-Komödie
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Der Italowestern (auch „Spaghettiwestern“) ist im Vergleich zum klassischen Western territorial markiert: der Italowestern spielt in den südlichen Grenzstaaten Nordamerikas und wurde hauptsächlich in Italien und in Spanien gedreht. Das Genre entstand ab den 1960er Jahren und gilt als brutaler, aber weniger mystifizierend und traditionell als das Original.

Der Italowestern entstand Anfang der sechziger Jahre in Italien und ist ein Subgenre des Western. Er verhalf dem italienischen Kino aus der Krise und lockte vor allem das europäische Publikum vom boomenden Fernsehen zurück in die Kinos, wo sie neue Charaktere entdecken konnten (“Django”, “Ringo”, “Sartana”). Die Haupterfolgszeit des Genres dauerte von 1963 bis 1975.

Die ersten Filme des Genres orientierten sich vor allem an den amerikanischen Western. Eine gute Kopie war allerdings schwer zu erreichen, da die amerikanischen Studios besser ausgestattet, die Filmschaffenden besser ausgebildet waren und Italien zu guter letzt nicht über die typische Landschaft der Western verfügt. Es wurde somit bald dazu übergegangen statt in Italien in Spanien zu drehen, da die dortigen Sand-Steppen denen Nordamerikas am nächsten kamen. Die Handlung der Italowestern ist allerdings in der Regel in den südlichen Grenzstaaten der USA (Arizona, New Mexico und Texas) oder in Mexiko angesiedelt aber nicht mehr in allen amerikanischen Bundesstaaten wie der klassische Western. Aus diesem Grund tauchen in den Italowestern auch mehr Mexikaner als Indianer auf. Einige Kritiker sind der Meinung, dass der Italowestern ein neues Indianerbild geschaffen habe: diese werden nicht mehr aus dem rassistischen Blickwinkel betrachtet. Zeitlich sind die Italowestern nach der ersten Besiedelung Nordamerikas angesiedelt.

Ein weiterer Unterschied zum klassischen Western ist neben dem Schauplatz der Handlung natürlich auch die Handlung selbst. So wird der klassische Western im Italowestern oft persifliert, d.h. das Genre des klassischen Western wird auf teilweise geistreiche, nachahmende oder auch kritische Art und Weise verspottet. Die traditionellen Elemente des amerikanischen Western, wie Heldentum und Ritterlichkeit, werden hier oft ins Gegenteil umgekehrt.

Der Held des Italowestern

Der Held des Genres kann oft nur noch als Anti-Held bezeichnet werden, da ihm der Gerechtigkeitssinn und der Mut zum Handeln, die den klassischen Western-Heldens ausmachten, zumeist fehlen. Generell ist der Held des Italowestern sehr viel brutaler als sein Vorgänger und in den Filmen wird viel geschossen. Die Schießereien und der Tod werden zunehmend realistischer und brutaler dargestellt. Auch im Gegensatz zu der vorherigen Gattung des italienischen Monumentalfilms sind einige Unterschiede zu bemerken: Der dort agierende Held bedient sich seiner Muskelkraft um mit den Hindernissen fertig zu werden und kämpft für das ‘Gute’. Im Italo-Western aber kann sich der Held in der Regel nur mit Hilfe technologischer Hilfsmittel gegen seine Widersacher durchsetzen. Er kämpft allerdings nicht für das ‘Gute’, sondern für sich. Viele Kritiker vermuten einen Reifungsprozess des Publikums, das sich von dem Genre des Sandalenfilms einem ‘erwachseneneren’ Kino des Italowesterns zuwendet. Hier kann ein Zusammenhang mit dem politischen und sozialen Transformationen der italienischen Gesellschaft ab den 1960er Jahren bestehen.

Filmtechnische Unterschiede

Der Italowestern arbeitet sehr viel mehr mit Nah- und Detailaufnahmen als sein Vorbild. Hierbei geht es vor allem um die Nahaufnahme des Gesichtes, bei der teilweise nur noch die Augen zu sehen sind (“italienische Einstellung”). Desweiteren wird bei dem klassischen “Showdown” sehr viel schneller zwischen Waffen, Händen und Gesichtern hin- und her geschnitten. Desweiteren hat die Verwendung des Techniscope-Filmformats eine höhere Tiefenschärfe, Grobkörnigkeit und eine gewisse Blässe der Farben verursacht.

Regisseure und Darsteller des Italowestern

Die bekanntesten Regisseure sind Sergio Leone und Sergio Corbucci. Sergio Leones Für eine Handvoll Dollar begründete 1964 das Genre des Italowestern (und verhalf nebenbei Clint Eastwood zum internationalen Durchbruch). Es folgten zwei weitere Filme in der “Dollar-Trilogie” ( Für ein paar Dollar mehr und Zwei glorreiche Halunken). Ein weiterer Klassiker des Genres ist auch Spiel mir das Lied vom Tod (1968) von Sergio Corbucci. Dieser lieferte weitere wichtige Beiträge mit Django (1966) und Il grande silenzio (1968).

Filmmusik

Ein wichtiges neues Element des Italowestern ist die musikalische Untermalung der Filme. Die neu komponierte Musik kam unter anderem von Ennio Morricone, Bruno Nicolai, Francesco De Masi oder Luis Enrique Bacalov, die durch ihren Beitrag halfen das Genre neu zu beleben. Neue Elemente sind die Töne von Glocken, Flöten, Peitschen und menschliches Geschrei.

Rezeption des Italowestern

Der Italowestern hatte unter Filmkritikern lange Zeit einen schweren Stand, da er nur als billige Kopie des Genre Klassischer Western galt. Das europäische Publikum allerdings war begeistert und auch die Amerikaner freundeten sich mit der Zeit mit dem neuen Genre an. Selbst große amerikanische Regisseure wie Quentin Tarantino und John Woo ließen sich davon inspirieren. Teilweise sind Kreuzungen mit anderen Genres zu bemerken: so überschneidet sich Satan der Rache (1970) mit dem Horror und 1000 Dollar Kopfgeld (1971 ) mit dem Krimi. Eine weitere Überschneidung gibt es auch mit dem Genre der Komödie und der ca:119: Bud Spencer und Terince Hill spielten in mehreren “Prügel-Western-Komödien” mit, die den Western ins Komödiantische verschoben. Heute haben die Italowestern einen großen Fankreis, die sämtliche Werke und dazu gehörigen Produkte aufkaufen.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen im Internet

Italowestern-Fanseite

Italowestern bei der deutschen Wikipedia

Quellen

  • Studienkreis Film. Um sie weht der Hauch des Todes. Der Italowestern – die Geschichte eines Genres. Essays, Interviews und Register. Zweite Auflage. Bochum: Schnitt-Verlag, 1999

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