Agentenfilm

 
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419
Erster Film:
Höchstbewerteter Film:
Charade (9.00)
Durchschnittliche Bewertung:
6.51
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Der Agentenfilm gehört zum Genre des Actionfilms, Kampfszenen sind somit ein wichtiger Bestandteil dieses Subgenres. Inhaltlich geht es um zwischenstaatliche Konflikte, sowie um illegale Informationsbeschaffung (Spionage), die nicht selten zu Mord führen. Bekanntestes Genrebeispiel sind die James-Bond-Filme.

Der Agentenfilm gehört zur Kategorie des Actionfilms, mit dem er die Elemente der Spannung, der Geschwindigkeit und der Dramatik teilt. Der Unterschied zum Actionfilm liegt in der Figur des Helden, der in diesem Fall ein Agent bzw. Spion ist. Er arbeitet in der Regel für einen Geheimdienst oder für einen privaten Auftraggeber. Das Genre fokussiert generell mehr auf Aspekte wie Überwachung und Paranoia vor den globalen und gesellschaftlichen Veränderungen. Konkrete Themen sind beispielsweise die sich verändernden geopolitischen Bedingungen und die Geschwindigkeitszunahme – nicht nur für die Helden der Action- und Agentenfilme – sondern auch für die Gesellschaft und die Welt im Allgemeinen. Auch zwischenmenschliche Themen wie Liebe, Geschlecht oder Identität werden in den Agentenfilmen nicht als unverrückbare Tatsachen dargestellt, sondern können selbst Gegenstand der Veränderungen werden. Generell spiegeln die Agentenfilme also die zunehmenden Verunsicherungen des Publikums wider.

Inhaltlich geht es um den Agenten und seine Spionage- und Überlebensstrategien, d.h. seine versteckten Ermittlungen. Wichtigstes Element ist dabei die “Verschlusssache”, d.h. die Geheimhaltung von Informationen, die streng geheim (“top secret”) sind. Der Klassiker dieser geheimen Techniken ist das sich selbst zerstörende Tonband, das in mehreren Filmen auftaucht (beispielsweise in Mission: Impossible und in der gleichnamigen Fernsehserie Ende der sechziger Jahre). Der Held verfügt insofern über verschiedene Mechanismen der Geheimhaltung, der verdeckten Ermittlung und der Entschlüsselung von Informationen. Für den Zuschauer allerdings ist die Verfolgung der Handlung nicht immer einfach, da im Laufe des Films eine Vielzahl von Namen, Decknamen und Informationen eingeführt werden.

Entwicklung des Genres

Die ersten Agentenfilme entstanden bereits um die Jahrhundertwende mit Georges Méliès L’affaire Dreyfus (1899), Karl Heilands Der Spion (1917) oder Friedrich Fehers Mata Hari (1927). Als einer der ersten Agentenfilme gilt auch Fritz Langs Spione (1928), der sich neben der Spionage – wie in seinem Vorgänger Metropolis – auch mit der Großstadt als ein wichtiges Element des Genres auseinandersetzte.

Es sind die Spione und Agenten, die, mit der Großstadt konfrontiert, lernen müssen, zwischen bedeutenden und unbedeutenden Zeichen zu unterscheiden, um den Staatsfeind zu überführen und das bedrohliche Fremde in seine Schranken zu weisen. 1

In den vierziger Jahren erfreuten sich Filme wie Alfred Hitchcocks Foreign Correspondent (1940) großer Beliebtheit. Die Hauptzeit des Agentenfilms waren die sechziger und siebziger Jahre. Als klassischer Agentenfilm dieser Zeit gilt Der Spion, der aus der Kälte kam (1965) von Martin Ritt. Nicht nur in den USA, auch in Europa entstanden einige bedeutende Filme. In Frankreich erlangte die Figur des FBI-Agenten “Lemmy Caution” (Eddie Constantine) in dem Science Fictionfilm Lemmy Caution gegen Alpha 60 von Jean-Luc Godard große Bekanntheit. Es handelt sich um eine filmische Parodie auf US-amerikanische Privatdetektive.

Die in den sechziger entstehende Reihe der James Bond – 007-Filme bedeuteten einen Wechsel für das Genre, da hier Elemente aus den Genres Actionfilm, Action-Superhelden-Film, Agentenfilm und Science Fiction vermischt wurden. Es entstand damit quasi ein neues Subgenre. Trotzdem gelten die James Bond-Filme bis heute als die Agentenfilme schlechthin. Dem ersten Film James Bond 007 jagt Dr. No von 1962 folgten bis heute viele weitere Episoden, die immer noch ein großes Publikum ansprechen.

Andere Agentenfilme der selben Zeit sind beispielsweise Francis Ford Coppolas Der Dialog (1974). Der Film zeigt die Stimmung der siebziger Jahre, als es dazu gehörte eine kritische Einstellung aber auch eine Paranoia vor der Obrigkeit zu entwickeln. Harry Caul (Gene Hackman) ist ein Abhörspezialist, der dieses Gefühl der zunehmenden Verunsicherung verkörpert indem er seine eigene Wohnung speziell absichert und sich auch psychisch abschottet, d.h. keine Emotionen zulässt. Nach dem Ende des Kalten Krieges änderte sich auch das Genre des Agentenfilms, da der “böse” russische Gegner ausgedient hatte. In neuerer Zeit schafften es neben der Bond-Reihe Filme wie Luc Bessons Nikita (1990) in die Kinos, bei dem eine Frau zur Agnetin ausgebildet wird. Andere Beispiels sind Die Bourne Identität (2002) von Doug Liman oder Syriana (2005) von Stephen Gaghan.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen im Internet

Liste der Agentenfilme bei der Wikipedia (dt.)

Quellen

Drügh/Mergenthaler. Ich bin ein Agent. Ästhetische und politische Aspekte des Spionagefilms. Königshausen & Neumann: Würzburg, 2005

1 Laufer. Mikroskopie der Großsstadt. Fritz Langs Spione und die Soziologie der Moderne. In: Drügh/Mergenthaler. Ich bin ein Agent. Ästhetische und politische Aspekte des Spionagefilms. Königshausen & Neumann: Würzburg, 2005

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