Road Movie

 
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The Go-Getter (9.33)
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Das Genre Road Movie entstand in den vierziger Jahren in den USA. Elementar für die Handlung sind das Vorkommen eines Fahrzeugs (Auto, Motorrad) und das Unterwegssein seiner Helden, die sich in der Regel auf der Suche nach Freiheit und Unabhängigkeit befinden. Der Road Movie löst auf gewisse Weise den Western ab.

Der Road Movie hat zwei essentielle Merkmale: Er handelt von einem (rebellischen) Außenseiter, der auf der Suche ist.

Das Genre entstand in den 1960ern und 1970ern, um eine Gruppe neuer junger Regisseure zu beschreiben, die Filme drehten, deren Schauplatz die Straße war. Die Thematik des Reisens ist inspiriert durch literarische klassische Werke wie Homers Odyssey, Miguel de Cervantes Don Quichotte, die Werke Mark Twains und Walt Whitmans. Auch Literaten des 20. Jahrhunderts, so John Steinbeck und Jack Kerouac, hatten die Reise als Suche des Menschen nach sich selbst dargestellt. Der Held durchbricht im Road Movie geographische, aber auch moralische Grenzen. Entweder er will eine Erkenntnis gewinnen (Two-Lane Blacktop, 1971 oder Paris, Texas, 1984) oder er flüchtet als Krimineller vor der Polizei (Bonnie und Clyde, 1967 oder Natural Born Killers, 1994). Normalerweise kreist die Handlung um Paare. Entweder ein Pärchen, wie in Bonnie und Clyde oder zwei beste Freunde, so in Easy Rider. Auch zwei Frauen sind seit Thelma & Louise beliebt. Seit den 1990er Jahren nimmt sich auch der Queer-Film des Road Movies an, so im australischen Priscilla – Königin der Wüste, in Transamerica (2005) oder in Gus Van Sants My Private Idaho – Das Ende der Unschuld.

Historische Entwicklung des Genres

Der Road Movie entstand in den USA. Erste Filme kamen bereits in den 1930er Jahren während der Great Depression auf und benutzten die Reise, um soziale Kritik zu üben. Beispiele hierfür wären Wild Boys of the Road (1933), I Am a Fugitive from a Chain Gang (1932), You Only Live Once (1937) und Früchte des Zorns (1940) nach dem Roman von John Steinbeck. Der Film Noir gibt ebenso Anstöße zum Road Movie: Detour (1945) betont bereits die Reise des Protagonisten als Suche zu sich selbst, beinhaltet aber auch den Konflikt mit der Polizei und wendet den Blick ab vom Ziel, hin zur Reise an sich. Gruselige Reisen stehen direkt im Film-Noir-Einfluss, so The Devil Thumbs a Ride (1947), The Hitch-Hiker (1953) oder spätere Werke wie The Hitcher (1986) oder Joy Ride (2001).

Screwball-Komödien bedienen sich ebenso wie der Western des Road Movies. Bekannte Screwball-Komödien sind Es geschah in einer Nacht (1934), Twentieth Century (1934) oder Sullivan’s Travels (1942). Auch wenn der Western schwere vom Genre des Road Movie abzugrenzen ist, so bezeichnet man dennoch Ringo (1939), Red River (1948) und Der schwarze Falke (1956) als Vorläufer des Road Movies und/oder als Road Movies, da sie das Thema des Reisens fokussieren. Die Komödie spielt des öfteren mit dem Road Movie. Flirting with Disaster – Ein Unheil kommt selten allein oder Little Miss Sunshine (2006) sind nur einzelne Beispiele vieler erfolgreicher Road-Movie-Komödien.

Das Genre seit den 1950ern

Nachdem Filme wie The Wild One (1953) und ...denn sie wissen nicht, was sie tun (1955), aber auch die Romane von Vladimir Nabokov (Lolita) und Jack Kerouac (On the Road) eine ganze Beat-Generation geprägt hatten, erfuhr das Road Movie einen enormen Aufschwung. Arthur Penns Bonnie und Clyde sowie Dennis Hoppers Easy Rider sind die beiden Filme, die das Genre entscheidend prägen und ihm die Richtung hin zum Lebensgefühl des Aussteigers, der Gegenkultur geben. Ein Happy End ist ausgeschlossen. Five Easy Pieces (1970), Two-Lane Blacktop, Badlands – Zerschossene Träume (1973) und Thieves Like Us (1974) stehen unter ihrem direkten Einfluss. Die Regisseure des New Hollywood und der Filmschulen der 1970er Jahre entnahmen ebenso Elemente des Road Movie, so Francis Ford Coppola in The Rain People (1969), Steven Spielberg in Duell (1971) und The Sugarland Express (1974), George Lucas in American Graffiti (1973) oder Martin Scorsese in Boxcar Bertha (1972) und Alice Doesn’t Live Here Anymore (1974).

Der (post)moderne Road Movie

Der Road Movie gerät in den 1980er Jahren in das Visier etlicher Independent- Regisseure. David Lynch zeigt ein außergewöhnliches reisendes Paar in Wild at Heart (1990), Jim Jarmusch bedient sich des Genres in gleich mehreren Filmen: Stranger Than Paradise (1984), Down by Law – Alles im Griff (1986) Broken Flowers (2005) und seinem Anti-Western Dead Man (1995). Joel Coen und sein Bruder Ethan Coen erwecken das Genre ebenso mit neuem Leben und schaffen ein Road Movie, das sich zwar seiner klassischen Wurzeln erinnert, aber mehrere Genres und Referenzen in sich vereint Arizona Junior (1987) oder O Brother, Where Art Thou? wären Beispiele hierfür.

Thelma & Louise bereitete 1995 den Weg für andere Figurenkonstellationen, die bisher im Genre vernachlässigt worden waren. Frauen tauchen in Boys on the Side (1995) auf, zwei homosexuelle drogenabhängige Freunde in Get on the Bus.

Der gewaltverherrlichende Road Movie entsteht ebenso in den 1990ern. Natural Born Killers (1994) gliedert sich ein in eine Reihe von Filmen wie Kalifornia (1993), The Doom Generation (1995), Freeway (1996) und Breakdown (1997).

Kameraeinstellungen

Die Kamera im Road Movie ist stets mobil. Sie fährt entweder im Auto neben dem Protagonisten mit, film ihn von einem Helikopter aus oder bewegt sich hinter der reisenden Person. Weite Einstellungen auf eine schier unermessliche Landschaft und den Horizont kontrastieren hierzu.

Weiterführende Informationen

Literaturhinweise

  • Grob, Norbert (2006): Road movies, Mainz: Bender.
  • Soyka, Amelie (2002): Raum und Geschlecht : Frauen im Road-Movie der 90er Jahre, Frankfurt: Lang.
  • Schulz, Berndt (2001): Lexikon der Road Movies : von Easy Rider bis Rain Man, von Thelma & Louise bis Zugvögel, von Bonny and Clyde bis Natural Born Killers, Berlin: Lexikon Imprint.

Quellen

  • Cohan, Steve (1997): The road movie book, London: Routledge.
  • Road Movies auf filmreference.com (engl.)

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