US-Amerikanisches Kino

 

Das us-amerikanische Kino gehört zur Stilrichtung des nordamerikanischen Kinos. Neben dem klassischen Hollywoodfilm haben sich viele andere Produktionsweisen und Genres herausgebildet. Die USA sind heute nach Indien nur noch die zweitgrößte Filmnation der Welt.

Die Anfänge

Ähnlich wie beim Europäisches Kino, gab es auch in den USA bereits in den 1890er einige Apparate, die “bewegte” Bilder zeigen konnten. Ähnlich wie die Brüder Louis Lumière und Auguste Lumière für das Französisches Kino, war Thomas Edison für die Entwicklung des Films und der Filmindustrie in den USA von großer Bedeutung. Zunächst gab es nur sehr wenige Kinos und die wenigen Anbieter waren von den französischen Filmproduktionen abhängig.

Da die Nachfrage nach Filmen und Kinos stetig stieg, gab es allein in New York 1908 bereits über 500 Kinosääle. Neben neuen Verleihfirmen entstanden zunehmend auch eigene Filmproduktionsfirmen, wie z.B. Edison Studios, Biograph und Vitagraph. Diese gründeten mit den wichtigsten europäischen Produktionsfirmen (Pathé Cinéma, Méliès) einen Trust von zehn Unternehmen. Ziel war es, ein Monopol auf dem amerikanischen Markt zu bilden. Diesen geschah durch MPPC (Motion Picture Patents Company).

Die ersten Filme waren vor allem Kurzfilme zur Unterhaltung, die nicht länger als 15 Minuten waren. Bald entwickelten sich aber auch anspruchsvollere und längere Filme. Bei den Langfilmen etablierte sich vor allem das Genre des Western. Die Machen waren die sogenannten “independents” (die Unabhängigen), welche die Langfilme voranbringen wollten. Dabei entwickelten sie im Laufe der Zeit das Studiosystem. Produktionsort der Filme war nun nicht mehr wie anfänglich New York und Chicago, sondern Hollywood bei Los Angeles.

Die Vorteile Hollywoods waren eindeutig: gute klimatische Bedingungen, niedrige Grundstückspreise, die nötige Kulisse für die damals beliebten Western und ein geringer Einfluss der Gewerkschaften. Zu den “Independents” zählten: Carl Laemmle, William Fox, Adolph Zukor (Metro-Goldwyn-Mayer) und Marcus Loew (später Paramount Pictures).

Das Starsystem

Die Independents setzten verstärkt auf Langfilme, die höhere Einnahmen garantierten. Dabei arbeitete man mit Stars: diese wurden entweder systematisch gefördert und somit “aufgebaut” oder sie kamen vom Theater. Ein Beispiel ist Florence Lawrence, die von Carl Laemmle zum Star (“IMP”-Girl) aufgebaut wurde nachdem sie zunächst als “Biograph-Girl” fungierte.

Als der erste Star der amerikanischen Filmgeschichte gilt Mary Pickford, die durch D. W. Griffiths Filme berühmt wurde. “Little Mary” war der Publikumsliebling der damaligen Zeit, der in immer ähnlichen Rollen zu sehen war. Seit dem Film ‘Tess aus dem Land der Stürme’ (1914) als der erste große Filmstar.

Das Epos Die Geburt einer Nation von D. W. Griffith war zugleich der finanziell erfolgreichste Film der Stummfilmzeit. Inhaltlich ist es eine Mischung aus Western und Historienfilm.

Der Western

Die Themen des Western spielten seit Ende des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle für die amerikanische Kultur und Identität und wurden in verschiedenen Romanen, Theaterstücken oder Liedern behandelt. Auch das Kino nahm sich sehr früh dieses Themas an: Der große Eisenbahnraub (1903) von Edwin S. Porter gilt als erster Film des neuen Genres Western und zugleich als erster amerikanischer Heimatfilm.

Das Studiosystem

Studiosystem (oder Hollywood-System) bezieht sich auf die erfolgreiche Wirtschaftsweise der großen Hollywood-Studios in den 1920er bis 1940er Jahren:

Das amerikanische Studiosystem der 20er Jahre war organisationstheoretisch gekennzeichnet vom Oligopol einiger weniger Produktionsgesellschaften, einer vertikalen Konzentration unter Einschluss des Verleihs und zunehmend grosser Kinoketten im intakten Inlandsmarkt, von großen Budgets, neuen Techniken und Produktionspraktiken, von neuen Stars und von einer aggressiven, weltweiten Expansionspolitik.1

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen im Internet

Quellen

  • Faulstich. Filmgeschichte. Paderborn: Wilhelm Fink, 2005. S.34-37

1 Faulstich. Filmgeschichte. Paderborn: Wilhelm Fink, 2005. S. 56

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