Expressionismus

 
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Expressionistische Filme sind stark von der expressionistischen Malerei beeinflusst worden und zeichnen sich durch grotesk verzerrten Kulissen und die kontrastreiche Beleuchtung aus, die durch ungewöhnlich starke Schatten noch unterstützt wird.

Der Expressionismus

Der Expressionismus ist eine Stilrichtung bzw. Bewegung in Kunst und Literatur, die während der ersten drei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts bestand.

Die Künstler positionierten sich auch gegen die vorherrschende Dominanz des Impressionismus (s. Impressionistischer Film) und des Naturalismus und richteten sich gegen festgefahrene Traditionen.

Expressionistische Kunst zeichnet sich inhaltlich (Protest gegen Autorität und Tradition), psychologisch (Zerstörung von Realität und altbekannten Proportionen), kulturell (Tendenz zu Ekstase und Mystik) und emotional (intensive Gefühle, Verzerrungen der Realität). Bei letzterem zeigt sich oft der Hang zum Apokalyptischen, d.h. im Zentrum der Filme steht oft eine furchtbare, phantastische oder dämonische Figur.

Charakteristika des Expressionismus ist vor allem die Darstellung der Seele bzw. der inneren Probleme und psychologischer Veränderungen. Der Expressionismus orientierte sich beispielsweise stark an der Traumdeutung Freuds.

Auch die anderen Künste (z.B. Architektur, Musik) wurden von dieser neuen Richtung beeinflusst und so entstand im Berlin der 1920er Jahre der expressionistische Film, der aus diesem Grund auch “Deutscher Expressionismus” genannt wurde.

Deutscher Expressionismus

Eines der ersten Werke des deutschen Expressionimus ist Der letzte Mann (1923) von F.W. Murnau. Das “Expressionistische” wird hier vor allem an dem von verzerrenden Linsen oder davor angebrachten eingefetteten Glasplatten ersichtlich. Auch die für den Expressionismus typische innere, psychologische Ebene wird hier in einer Traumsequenz des alten Portiers deutlich, in der sich Verfremdungsmaßnamen in Verbindung mit der Vorwegnahme der “entfesselten Kamera” (Steadycam) zu einer visuellen Phantasiewelr verbinden.

Weitere wichtige Vertreter des Expressionismus im Film waren neben Robert Wiene auch Paul Wegener (Der Golem, wie er in die Welt kam, 1920) und Paul Leni (Das Wachsfigurenkabinett, 1923). Als die wichtigsten Regisseure des (deutschen) Expressionismus werden jedoch F.W. Murnau und Fritz Lang bezeichnet:

F.W. Murnaus Werk zeigt besonders die dunkle, dämonenhafte Seite des Expressionismus, die er mithilfe von Zauberern, Vampiren und Geistern verdeutlicht. Auf diese Weise provoziert er das Grauen vor dem Unheimlichen und spielt so mit den Ängsten der Zuschauer. Hier bezieht er sich auf die Traditionen Georges Méliès und legt selbst den Grundstein für den späteren Vampirfilmfilm. Dieser Ansatz ist bereits in Der Januskopf (1920) zu erkennen und schließlich in Nosferatu (1922) perfektioniert.

Als das letzte Werk des Expressionismus wird in der Regel Metropolis (1926) betrachtet, der zwar von Fritz Lang inszeniert wurde, dessen spektakuläre Kameraführung jedoch erneut von Karl Freund übernommen wurde.

Als wichtigsten deutschen Beitrag zur internationalen Filmgeschichte aus Sicht intellektueller Filmkritiker wird der expressionistische Film genannt, mit dem der Film zum Medium der künstlerischen Avantgarde wurde.1

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen im Internet

Quellen

  • Faulstich. Filmgeschichte. Paderborn: Wilhelm Fink, S. 71ff.

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