18921979
 

Mary Pickford

Akteur, Produzent, Drehbuch

Vorhandene Filme:
10 seit 1914
Geschlecht:
weiblich
Geburtstag:
1892-04-08
Geburtsort:
Toronto, Kanada
Todestag:
1979-05-29 (87 Jahre)
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auch bekannt als

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    Gladys Marie Smith
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    America's Sweetheart
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    The Girl with the Golden Hai
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Mary Pickford war eine Schauspielerin und Produzentin der Stumm- und frühen Tonfilmzeit, Mitbegründerin des Filmstudios "United Artists" und einer der ursprünglichen Gründer der "Academy of Motion Picture Arts and Sciences". Sie gilt als erster Filmstar von Weltruhm und als einer der Pioniere des frühen Hollywood und der Entwicklung des Films.

Kindheit

Geboren in Toronto als Gladys Marie Smith stand sie bereits als 7-jährige auf der Bühne. Ihr Vater, ein Alkoholiker, verließ die Familie als sie drei Jahre alt war und starb kurze Zeit später an einer Hirnblutung. Sie lebte seit dem mit ihren Geschwistern Jack Pickford und Lottie bei ihrer Mutter, zu der sie stets ein sehr enges Verhältnis hatte.

Karriere

Frühe Jahre

In den frühen 1900er Jahren tourte Mary mit ihrer Mutter und den Geschwistern per Eisenbahn durch die USA um mit einer Vaudeville-Truppe in Theaterstücken aufzutreten. Mary war gezwungen Geld zu verdienen, um die Familie zu ernähren. Doch der große Erfolg blieb aus und das Geld wurde immer knapper. 1907 erhielt Mary eine Rolle in einem Broadwaystück. Das Stück schrieb William C. DeMille, der Bruder, des damals noch unbekannten Cecil B. DeMille, der ebenfalls zu den Darstellern gehörte. Zu dieser Zeit wurde Mary nahegelegt, das zu gewöhnlich klingende “Gladys Smith” abzulegen. Sie entschied sich, ihren zweiten Vornamen und den Mädchennamen ihrer Mutter zu kombinieren und war seither Mary Pickford. 1909, nicht mehr am Broadway beschäftigt und somit arbeitslos, konnte sie den Direktor der Biograph Film-Studios D. W. Griffith davon überzeugen, sie in seinen Filmen einzusetzen. Sie spielte sowohl kleinere als auch Hauptrollen. “Ich spielte Putzfrauen und Sekretärinnen, Frauen aller Nationalitäten. Ich entschied, dass wenn ich in so vielen Filme wie möglich mitspielte, würde ich bekannt und meine Arbeit bemerkt werden”, sagte sie später über diese Zeit. 1910 zog sie zusammen mit Biograph Film nach Los Angeles. Zu dieser Zeit wurden die Schauspieler im Abspann nicht namentlich genannt, dennoch fiel Mary dem Puplikum schnell besonders auf. Veranstalter erkannten ihre Chance und nutzten ihre aufkeimende Popularität für Werbung. Eine völlig neue Vorgehensweise. Im Dezember des selben Jahres verließ Pickford Biograph Film und arbeitete 1911 für Independent Moving Pictures (IMP). IMP wurde allerdings 1912 von Universal Pictures übernommen, wo Mary mit den kreativen Standards nicht zufrieden war. So arbeitete sie wieder mit Griffith zusammen, dem sie auch Dorothy Gish und Lillian Gish vorstellte. Sie kannte die Schwestern noch aus ihrer Zeit bei der Schauspieltruppe. 1913 kam sie zu Adolph Zukors Famous Players Ltd (später Paramount Pictures). Ihre Arbeit in den folgenden Jahren zog eine große Fangemeinde an. “Hearts Adrift” von 1914 markierte einen Meilenstein in ihrer Karriere, denn neben dem großen Erfolg beim Publikum und ihre erste gewinnbasierte Lohnerhöhung, war es auch das erste Mal, dass ihr Name noch vor dem Filmtitel genannt wurde. 1916 konnte eine ähnliche Popularität nur von Charlie Chaplin erreicht werden, der ebenso großen Erfolg bei Kritikern und Publikum hatte. Beide erreichten einen Bekanntheitsgrad, weit über die bisher gekannten Dimensionen hinaus.

Filmstar

Während der 1910er und 1920er Jahre wurde angenommen, dass Pickford die berühmteste Frau der Welt war. Ein Journalist beschieb sie als “bekannteste Frau, die jemals gelebt hat, die berühmter war und mehr geliebt wurde als jede andere Frau in der Geschichte”. 1916 unterschrieb sie einen neuen Vertrag bei Adolph Zukor, der ihr volle Kontrolle über die Filme, in denen sie spielte zusicherte. Weiterhin bekam sie nun das Rekordgehalt von 500$ die Woche. In Filmen wie The Poor Little Rich Girl, Rebecca of Sunnybrook Farm, Das Waisenkind und Pollyana spielte sie immer wieder die Rolle eines jungen Mädchens, was ihre Fans liebten. 1919 gründete sie gemeinsam mit D. W. Griffith, Charlie Chaplin und Douglas Fairbanks die unabhängige Produktionsfirma United Artists. Das gab ihr nicht nur das Recht ihre Filme nach ihren Wünschen zu Produzieren sondern auch, sie auf ihre Weise zu vertreiben. In den Jahren zwischen 1920 und 1927 spielte der großteil ihrer Filme jeweils mehr als 1.000.000$ ein. Erst die Erfindung des Tonfilm, brachte ihre Karriere ins Stocken. Pickford unterschätze stets den Erfolg, den der Tonfilm haben würde. Trotzdem begriff sie, dass es kein zurück mehr gab und versuchte sich selbst daran. 1928, nach dem Tod ihrer geliebten Mutter, versuchte sie mit ihrem bisherigen Image zu brechen. Sie ließ sich die berühmten Locken zu einem modernen Bob abschneiden und wählte erwachsenere Rollen, so z.B. in Coquette (1929). Auch wenn ihre Fans von der Wandlung geschockt waren, war Coquette ein finanzieller Erfolg und brachte Mary einen Oscar als beste Hauptdarstellerin. Doch, wie so viele andere Stummfilmstars, sah Pickford ihren Erfolg langsam schwinden. Als Clou drehte sie den Film Der Widerspenstigen Zähmung mit ihrem Ehemann Douglas Fairbanks. Der große Erfolg blieb aber aus. Mary, mittlerweise in ihren dreißigern, sah sich nicht länger in der Lage, die Rollen zu spielen, die das Publikum an ihr immer geliebt hatte. 1933 setzte sie sich offiziell als Schauspielerin zur Ruhe. Allerdings fungierte sie noch viele weitere Jahre als Produzentin.

Die Filmindustrie

Pickford nutzte ihre Popularität stets für karitative Zwecke. Während des ersten Weltkrieges förderte sie den Verkauf von Kriegsanleihen, indem sie im ganzen Land Reden vor teilweise 50.000 Menschen hielt. Obwohl sie Kanadierin war, zeigte sie sich stets als USA-Patriotin. So posierte sie für Fotos mit der USA-Flagge und versteigerte zugunsten der Armee eine ihrer berühmten Locken für 15.000$. Die Armee benannte zwei Kanonen nach ihr und verlieh ihr den Titel “Honorary Colonel”. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges gründete Pickford den “Motion Picture Relief Fund (MPRF)”, eine Organisation, die sich für finanziell hilfebedürftige Schauspieler einsetzt. 1932 war sie federführend bei der Einführung des “Payroll Pledge Program”, das jedem Mitarbeiter eines Filmstudios einen kleinen Teil des Lohnes abzog um diesen als eine Art Altersvorsorge zu verwenden. Von den Einnahmen konnte 1940 das “Motion Picture Country House and Hospital” gebaut werden, ein Seniorenheim für ehemalige Filmbeschäftigte. Den tiefgreifendsten Einfluss hatte Pickford aber auf die Filmindustrie selbst. Als sie beim Film anfing, waren die Studios der Meinung, die Zukunft läge darin, Broadwaystücke zu verfilmen. Nachdem Mary aber die berühmteste Schauspielerin der Welt geworden war, sahen sich die Studios gezwungen diese Vision vom “Konserventhetaer” zu überdenken. Infolgedessen verlagerte sich der Fokus auf die Schauspieler selbst und auf Stoffe, die eigens für das Medium Film konzipiert wurden oder für Bühnenadaptionen nicht geeignet waren. Als kluge Geschäftsfrau wurde Pickford innerhalb von drei jahren zu ihrem eigenen Produzenten. Sie betreute jeden Aspekt ihrer Filme, vom Einstellen der Schaupsieler und Crew über den Schnitt bis zur endgültigen Freigabe und Vertrieb des Projektes. Diese Freiheiten forderte sie erstmals 1916. Seit dem wurden ihre Filme durch die “Mary Pickford Corporation” vertrieben, die im Grunde ihre eigene Produktionsfirma war. Mit der Gründung von United Artists 1919 steigerte sie ihre Macht noch. Vor UA waren Hollywood Studios vertikal integriert. Das heißt, sie produzierten nicht nur Filme, ihnen gehörten auch ganze Theaterketten in denen sie diese Filme exklusiv zeigten. Filmemacher waren vertraglich für eine bestimmte Zeit an ein Studio gebunden, ebenso wie Schauspieler. Mit dieser Tradition wollte United Artists brechen und so unabhängigen Filmemachern eine Vertriebsgesellschaft bieten. Diese behielten so ihre kreative Kontrolle und konnten ihre Filme in studiounabhängigen Kinos zeigen. Zusätzlich gründeten Pickford und Fairbanks ihr eigenes Studio, die “Pickford-Fairbanks-Studios”. Als UA-Mitgründerin, Produzentin und Star ihrer eigenen Filme wurde Mary Pickford die mächtigste Frau, die je in Hollywood gearbeitet hat, bevor ihr Stern 1930 zu sinken begann. Nachdem sie sich 1933 als Schauspielerin zur Ruhe gesetzt hatte, fungierte sie weiterhin als Produzentin für United Artists. Sie und Charlie Chaplin blieben noch Jahrzehnte Partner bevor er UA 1955 verließ. Pickford folgte 1956 mit dem Verkauf ihrer Anteile für 3 Mio. Dollar.

Privatleben

Pickford war dreimal verheiratet. Am 7. Januar 1911 heiratete sie Owen Moore, einen Schauspieler. Es wird vermutet, dass sie damals von ihm schwanger war, das Kind aber verlor. Die beiden hatte zahlreiche Eheprobleme, hauptsächlich wegen Moores Alkoholkonsum und seiner Probleme in ihrem Schatten zu leben. Sie lebten viele Jahre getrennt. 1918 tourte sie zusammen mit Stummfilmstar Douglas Fairbanks durch die USA um Kriegsanleihen zu verkaufen. Während dieser Zeit verliebten sie sich ineinander. Am 2. März 1920 wurde ihre Ehe mit Moore geschieden. Am 28. März des gleichen Jahres heiratete sie Fairbanks. Ihre Hochzeitsreise in Europa wurde von Massen an Fans begleitet, die sie in jedem Bahnhof jubelnd in Empfang nahmen. The Mask of Zorro (1920) und andere Abenteuerfilme stärkten Fairbanks Image als verwegener Held. Pickford verkörperte das tugendhafte aber wilde Mädchen von nebenan. Sie und ihr Mann wurden oft als “Hollywoodadel” gesehen und waren international angesehen. Ausländische Staatsgäste und Würdenträger, die das weiße Haus besuchten, fragten oft nach einer “Audienz” auf “Pickfair”, der Villa in den Hollywood Hills, die Pickford und Fairbanks bewohnten. Den Abendessen auf ‘Pickfair’ wohnten oft namenhafte Gäste bei. Darunter Fairbanks bester Freund Charlie Chaplin, Albert Einstein, p:509, Lord Mountbatten, F. Scott Fitzgerald, oder Sir Arthur Conan Doyle. Doch die Öffentlichkeit ihrer Ehe sorge auch für Spannungen. Die beiden hatten wenig Freizeit neben ihrer Arbeit, standen dabei ständig unter dem Druck Amerikas inoffizielle Botschafter in der Welt zu sein und Hollywood zu repräsentieren. Als die Karriere der beiden zum Ende der Summfilmära ins Straucheln geriet, zwang Fairbanks unruhiges Wesen ihn ins Ausland zu reisen, was Mary nie gerne tat. 1930 wurde öffentlich, dass er eine Affaire hatte, was schließlich zur Trennung führte. Am 10. Januar 1936 wurde die Ehe von Fairbanks und Pickford geschieden. Am 24. Juni 1937 heiratete Mary Pickford ihren dritten und letzten Ehemann, Schauspieler Charles "Buddy" Rogers. Zusammen adoptierten sie zwei Kinder, Roxane und Ronald. Ihr Verhältnis zu ihnen soll angespannt gewesen sein. Beide Kinder gaben später an, Mary sei zu sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen, um ihnen Liebe gegen zu können.

Spätere Jahre und Tod

Nachdem sie ihre Karriere als Schauspielerin beendet hatte, begann sie zu trinken. Neben ihrem Vater und ihrem ersten Ehemann, hatten auch ihre Mutter Charlotte und ihre beiden Geschwister Alkoholprobleme. Im März 1928 starb Marys Mutter Charlotte an Brustkrebs, kurz darauf starben auch ihre Geschwister Lottie und Jack jeweils alkoholbedingt. Diese Todesfälle, ihre Scheidung von Fairbanks und ihr Karriereende führten zu einer tiefen Depression. Sie wurde langsam zu einer Einsiedlerin in ihrem Haus, empfing neben ihrer Freundin Lillian Gish und ihrem Stiefsohn Douglas Fairbanks Jr. nur wenige ausgewählte Personen. Mitte der 60er Jahre kommunizierte sie mit Gästen ausschließlich über das Telefon von ihrem Schlafzimmer aus. 1976 erhielt sie einen Ehrenoscar für ihr Lebenswerk und erlaubte der Academy sie bei der Übergabe in ihrem Haus zu filmen. Nach ihrer Ehe mit Fairbaks wurde Pickford 1920 amerikanische Staatbürgerin. Gegen Ende ihres Lebens bentragte sie jedoch wieder die kanadische Staatsbürgerschaft um “als Kanadierin zu sterben”. Ihr Antrag wurde genehmigt. Am 29. Mai 1979 starb Mary Pickford in einem Krankenhaus in Santa Monica an Komplikationen einer Gehirnblutung, die sie in der Woche zuvor erlitten hatte. Sie wurde im Garten der Erinnerung auf dem “Forest Lawn” Friedhof in Kalifornien in einem privaten Famieliengrab neben ihrer Familie beigesetzt.

Vermächtnis

‘Pickfair’ wurde zehn Monate nach ihrem Tod für knappe 5,5 Mio Dollar an eine Sängerin verkauft, die es renovieren und dabei zu großen Teilen abreißen ließ. Sie selbst verkaufte es 1988 für kanpp unter 7 Mio. Dollar.

Billy Wilder bot Mary Pickford die Rolle der Norma Desmond in Boulevard der Dämmerung an. Sie lehnte jedoch ab. Stattdessen übernahm Ex-Stummflimstar Gloria Swanson die Rolle und spielte sich damit wieder ins Bewusstsein des Publikums.

Das Pickford Center for Motion Picture Study, Radio- und TV-Studios und das Mary Pickford Theatre, ein Kino in Kalifornien, wurden nach ihr benannt.

Mary Pickford drehte in ihrer Karriere etwa 250 Kurz-, sowie Langfilme. Sie überließ die Negative zu den meisten ihrer Stummfilme 1970 dem American Film Institute, nachdem sie eigentlich vorgehabt hatte, alle ihre Filme nach ihrem Tod vernichten zu lassen. Zu groß war ihre Angst, dass die Qualität mit den Jahren gelitten hatte und niemand sie mehr sehen möge. Trotzdem waren ihre Filme lange aus dem Verkehr gezogen und schlummerten unbemerkt in Archiven, was ihrem Andenken sehr geschadtet hat.

Quellen

Mary Pickford in der Wikipedia (dt.) Artikel bearbeiten


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