Bertrand Tavernier

Regisseur, Drehbuch, Autor, Akteur, Produzent

Französischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent. Tavernier gehört zu einer Generation von Regisseuren, die sich mit ihren Filmen weit über Frankreich einen Namen machen konnten.

Leben und Werk

Bertrand René Maurice Tavernier kommt am 25. April 1941 in Lyon zu Welt, wo er noch heute ehrenamtlicher Präsident des 1982 gegründeten Institut Louis Lumière ist. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in gutbürgerlichen Familienverhältnissen. Sein Vater, René Tavernier war Dichter und Herausgeber der 1941 gegründeten Lyrik-Zeitschrift Confluences, in der Werke von Aragon, Eluard und Michaux veröffentlicht wurden. Die Familie Tavernier beteiligte sich aktiv am Widerstand gegen den Faschismus. Früh begann sich der junge Bertrand für das Kino zu interessieren. Mit elf Jahren kam er in ein Internat südlich von Paris und war noch noch in den Ferien in seiner Heimatstadt, die er in den dortigen Kinosälen verbrachte. In der Schule kam es zwischen Bertrand und seinen Lehrern oft zu Konflikten, weil er sich nur für das Kino interessierte.

Während der Schulzeit lernte er Volker Schlöndorff kennen, der im Rahmen eines europäischen Austauschprogramms die Philosophie-Klasse des Pariser Henry IV besuchte. Gemeinsam gingen sie ins Kino und in die Cinémathèque française. Trotz eines Jura- und Literaturstudium arbeitete Tavernier eigentlich als freier Journalist und Filmkritiker für die Zeitschriften Télérama, oder die renommierten Cahiers du Cinéma. 1961 arbeiteten er und Volker Schlöndorff für den Film Léon Morin prêtre (Eva und der Priestere) unter der Regie von Jean-Pierre Melville zusammen. Bis 1972 war Tavernier schließlich als Pressesprecher der Nouvelle Vague tätig.

Erste Regieversuche

Die Sketchfilme Les Baisers und La chance et l’amour (1963) gelten als Taverniers erste Regieversuche.Sein Langspielfilmdebut gab er allerdings erst 1974 mit der Romanverfilmung von Georges Simenons L’Horloger d’Everton, dem Film L’Horloger de Saint-Paul. Es folgten Historiendramen wie Que la fête commence (1975), ein Science-Fiction-Streifen mit Der gekaufte Tod (1979) und das sozialkritische Drama Verwöhnte Kinder (1977). Tavernier dreht noch bis heute immer wieder Spielfilme. Seinen letzten großen Erfolg konnte er mit dem Drama um eine Adoption in Kambodscha, Holy Lola (2004), verbuchen.

Neben dem Film

1977 fiel gründete er seine eigene Produktionsfirma Little Bear Production zusammen mit Alain Sarde und Michel Piccoli. 1965 heiratete er Claudine O’Hagan, mit der er zwei Kinder hat, Nils Samuel und Tiffany .

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