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Rezeption

 

Rezeption

Mars Attacks! bekam in den USA fast durchweg negative Kritiken und entwickelte sich an den Kinokassen ebenfalls zu einem Flop. Trotz eines riesigen Staraufgebotes, spielte der Film mit $100,000,000 gerade einmal seine Produktionskosten wieder ein, wobei allerdings zwei Drittel der Einnahmen außerhalb der USA erzielt wurden. Offensichtlich hatten die Amerikaner große Schwierigkeiten mit dem Humor eines Tim Burton und verziehen im ebenso wenig die Kritik an ihrer Gesellschaft, wie auch der allzu respektlose Umgang mit den uramerikanischen Werten.

US-Kritiken

Roger Ebert vermutete in seiner Kritik, Tim Burton versuche nach seiner Hommage auf den schlechtesten Regisseur aller Zeiten Ed Wood, nun dessen Werken Tribut zu zollen. Auch wenn Mars Attacks! nicht ganz so schlecht wie ein Ed Wood Film ist, hätte er weitaus besser sein können. Für ihn ist der Film weder komisch, noch hält er ihn für eine gelungene Parodie, sondern eher für die Kopie eines trashigen Science Fiction Films der 50iger Jahre. Er ist der Meinung, Regisseur Burton überschätze den komödiantischen Gehalt seiner Geschichte. Die Schauspielerriege hält Ebert zwar für bemerkenswert, weniger aber deren schauspielerische Leistung. Besonders Jack Nicholson bietet, seiner Meinung nach, eine gleich zweifach uninspirierte Leistung als Präsident und schmieriger Geschäftsmann und erweckt hierbei den Eindruck, als hätte er nicht besonders viel Spaß während der Dreharbeiten gehabt.1

Auch James Berardinelli beschreibt Mars Attacks! als wenig gelungen. Für ihn gehört der übergroße Cast, der selbst den Hauptdarstellern nur wenige Dialogzeilen bietet, zu den Hauptschwächen des Films. Auch wenn der Film durchaus komische Momente hätte, so seien diese doch zu selten und durch zu lange Pausen getrennt. Dies liegt, laut Berardinelli, in der Tatsache begründet, dass nur wenige Gags wirklich zünden und diese dann auch zu häufig wiederholt werden. Letztlich vermisst er den ätzenden, satirischen und hintergründigen Humor eines Dr. Strangelove von Stanley Kubrick, in dessen Vergleich der Film als brave und allzu offensichtliche Spöttelei erscheint.2

Auch in vielen anderen amerikanischen Kritiken fiel Mars Attacks! gnadenlos durch. Die Los Angeles Times befand den Film als weitaus weniger lustig, als er hätte sein können und bemängelt, dass Burton sein Können weniger in seinen typischen Humor, denn in ausdruckslosen Horrorelementen investiert.3 Für die New York Times ist Mars Attacks! nur eine lose Ansammlung flacher Gags, die eher seltsam denn komisch sind4. Die Washington Post vergleicht Tim Burton nach diesem Film sogar mit Ed Wood persönlich! 5

Deutsche Kritiken

Weitaus freundlicher wurde Mars Attacks! von deutschen Kritikern bewertet, die offensichtlich weniger Probleme mit Burtons Sinn für Humor hatten und oftmals sogar die Ablehnung der Amerikaner zum Gegenstand ihrer Kritik machten.

So bezeichnet Carsten Baumgardt in seiner Rezension den Film als inspirierte Parodie, die „respektlos und unerschrocken, schreiend albern und intelligent gleichermaßen, spaßig, gemein und zynisch“6 ist. Aufgrund der unterschwelligen Kritik an dem Verhalten und Gebaren der Amerikaner, die in dem Film immer wieder durchbricht, hält es Baumgardt für nicht weiter überraschend, dass Mars Attacks! in den USA durchfiel.7

In seiner Kritik auf artechock.de bezeichnet Thomas Willmann Mars Attacks sogar als einen der wenigen Filme, die dem Leben eines Filmkritikers wieder einen Sinn geben. Für ihn ist der Film ein reines Kinovergnügen, mit reichlich Gags aller Gewichts- und Güteklassen und einem herzhaft respektlosen Umgang mit den uramerikanischen Werten und dem gängigen Gesetzen des Starsystems in Hollywood.8

Weitere Kritiken

  • Mars Attacks! ist die imperiale Attacke auf die Lachmuskeln und den guten Science Fiction-Geschmack.”9 (Günter H.Jekubzik, filmtabs.de)

  • Mars Attacks! ist ein Film, den man einfach lieb haben muss, obwohl er in seiner Art eines der brutalsten Exemplare des Alien-Invasion-Subgenres ist.”10 (F. Vollmer, fimszene.de)
  • “Mit verspielter Liebe zum Detail und seiner legendären Phantasie überhöht Burton die Bilder der trashigen Sci-fi-Filme der 50er und 60er Jahre zu einer vergnüglichen Ufo-Satire und macht sich über alles lustig, was in Independence Day noch ernst genommen wurde.”11 (cinema.de)
  • “So etwas ist wohl nicht jedermanns Geschmack, für mich ist es aber bisher der Film des Jahres!”12 (Alexander Jachmann, zelluloid.de)
  • Mars Attacks! ist unterhaltsam und witzig bis zur letzten Szene, wenn der Mensch das Problem auf recht unkonventionelle Weise löst.”13 (Frank Ehrlacher, moviemaster.de)

Weitere Kritiken im Internet

Quellen

1 Filmkritik von Roger Ebert

2 Filmkritik von James Berardinelli

3 Kritik der Los Angeles Times

4 Filmkritik in der New York Times vom 13.12.1996, p.C5

5 Plan 9 1/2 From Hollywood

6 Mars Attacks auf filmstarts.de

7 Mars Attacks auf filmstarts.de

8 Artechock-Kritik von Thomas Willmann

9 Filmkritik auf filmtabs.de

10 Filmkritik auf filmszene.de

11 Mars Attacks bei cinema.de

12 Filmkritik auf zelluloid.de

13 Kritik zu Mars Attacks! auf moviemaster.de