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Kritik am Film

 

Kritik am Film

Ein Erfolg in Hollywood

Als Grundlage zum Drehbuch verwendete Regisseur Ron Howard und Drehbuchautor Akiva Goldsman die 1998 erschienene Biographie des Mathematikers von der Journalistin Sylvia Nasar. Der Film erhielt bei der Oscar-Verleihung 2002 insgesamt vier der begehrten Trophäen, unter anderem in den Kategorien Bester Film und Bestes Drehbuch. Daneben war er insgesamt in acht Kategorien von der Jury nominiert worden.

Die Kritiker

Dennoch hat der Regisseur sich immer wieder auch den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass er die Darstellung der Vita des Nobelpreisträgers zugunsten hollywood-konformer Maßstäbe so geschönt habe, dass kontroverse Themen wie die homosexuellen Neigungen des jungen Nash und antisemitische Tendenzen des Mathematikers ausgespart wurden.1 Auch werde an keiner Stelle erwähnt, dass Nash bereits einen unehelichen Sohn aus einer früheren Verbindung gehabt habe, als er Alicia kennenlernte.2 Daneben seien auch seine gewalttätigen Ausbrüche viel zu wenig zur Sprache gekommen.

Der Regisseur über Kritik an seinem Film

Insbesondere wurde allgemein immer wieder kritisiert, dass er ein romantisches Bild von seinem Protagonisten habe zeichnen wollen. Und tatsächlich gibt der Regisseur zu, er habe den Menschen John Nash nicht mit der Darstellung von Details aus seiner Vergangenheit kränken wollen3. Auch dem Vorwurf, er habe dem Wissenschaftler Nash nicht viel Raum gelassen und sich viel zu sehr auf die Darstellung des Krankheitsverlaufs konzentriert, hat Ron Howard nicht viel entgegenzusetzen. Allerdings habe ihn dies auch viel mehr gereizt:

Mich hat weniger der Mathematiker als die geheimnisvolle Krankheit interessiert. Immerhin ist etwa ein Prozent der Bevölkerung von ihr betroffen, die meisten Familien kommen irgendwann einmal mit Schizophrenie in Berührung. Auch meine eigene Familie ist betroffen, ich weiß also, wie furchtbar diese Krankheit ist. Daher auch mein besonderes Interesse für den Stoff.4

Auch sei es, so Ron Howard, notwendig für einen Film, wie er ihn machen wollte, daß er sich auf einige Aspekte im Leben der Person konzentriere. Im Übrigen habe er auch niemals den Anspruch erhoben, eine authentische Biographie des Nobelpreisträgers in seinem Film abzubilden:

Wir hatten nie vor, eine Biographie-Verfilmung daraus zu machen. Aber es ist eine sehr besondere Geschichte und die könnte man nicht gut erzählen, wenn sie auf reiner Fiktion beruhen würde. Es ist eine dieser Geschichten, die in sich so bemerkenswert und so überwältigend ist, dass sie auf einer wahren Geschichte beruhen muss, um ihre Glaubwürdigkeit zu bewahren. Also konzentrierten wir uns mehr auf die Schlüssel-Ereignisse seines Lebens…seine Entwicklung und seine Beziehung zu Alicia.5

Quellen

1 A Beautiful Mind, Kritik von Dorothee Hermann auf cityinfonetz.de

2 Genie und Wahnsinn, Kritik von Holger Liepelt auf schnitt.de

3 A Beautiful Mind auf 3sat.de

4 Interview mit dem Regisseur Ron Howard auf jump-cut.de

5 Interview mit dem Regisseur auf movies.about.com (engl.)