Rezeption

Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia war einer der Blockbuster der Weihnachtssaison 2005. Er spielte mit einem großen Produktionsbudget von 180 Mio. Dollar bisher ca. 750 Mio. Dollar ein. Für das Make-Up konnte der Film zudem einen Oscar gewinnen und war für zahlreiche andere Festival-Preise nominiert.1

Dennoch konnte der Film nicht alle Kritiker überzeugen. Die größte Schwachstelle sei seine Christliche Symbolik, die aus dem Film eine Art “christlichen Feldzug” mache:2

“Es gibt eine Art Kreuzigung (Jadis schlachtet Aslan), eine Wiederauferstehung (Aslan kehrt wieder). Nur der Osterhase fehlt. [...] Wie ein Dollarzeichen bekamen die Disneys ein Kreuz ins Auge und warfen sich einer Klientel an den Hals, die noch größer ist als die der Tolkienisten, und um die sich cinematografisch und marketingmäßig kaum einer außer Mel Gibson gekümmert hat: die mehr oder weniger fundamentalistische Christenheit.”3

Auch die Darsteller gewannen nicht alle Kritikerherzen, mit der Ausnahme der Tilda Swinton, die “das Kino selbst” sei, “die große Verführungskraft, der man sich willenlos ausliefert, vor der alle Sicherheiten von Logik und Vernunft versagen.”4 Die anderen Darsteller wurden von deutschen Kritikern als nichtssagend empfunden:

“Dazu kommt, daß sich die vier Darsteller mit einer Ausdruckslosigkeit durch den Film schlagen, die sich wohl weniger mit ihrer englischen Erziehung als damit erklären läßt, daß sie die meiste Zeit mit unsichtbaren Gegenspielern agieren mußten, die erst nachträglich in den Film eingefügt wurden.”5

Als “lächerlich” wurde zudem die groß angelegte Promotionsaktion empfunden, die an Filmkritiker Wolldecken zu Weihnachten verschickte und Preisausschreiben veranstaltete, in denen nach dem Softdrink-Sponsor zum Film fragte.6

Positive Resonanzen erntete der Film allemal, nicht zuletzt für seine verträumte Phantasiewelt und die Kostüme. Begeisterte Kritiker vergichen den Film daher nicht mit Mel Gibsons Die Passion Christi, sondern vielmehr mit der erfolgreichen Trilogie Der Herr der Ringe. Die Gut-und-Böse-Thematik sei dabei für Kinder hervorragend umgesetzt worden, die Charaktere mit Fehlern und Stärken ausgestattet worden, die Kindern pädagogisch wertvolle Erfahrungen mit auf den Weg geben.7

Lobenswert sei auch die gelungene Adaption der Buchvorlage8.

Quellen

1 Auszeichnungen des Films (engl.)

2 Rezension Erlösung Jetzt! in der Welt vom 08.12.2005

3 Rezension Erlösung Jetzt! in der Welt vom 08.12.2005

4 Rezension Und erlöse uns durch den Löwen! in der SZ vom 07.12.2005

5 Rezension Der Film zur Wolldecke in der FAZ vom 07.12.2005

6 Rezension Der Film zur Wolldecke in der FAZ vom 07.12.2005

7 Rezension Children open a door and step into an enchanted world of good and evil—the name of the place is ‘Narnia’ im San Francisco Chronicle vom 09.12.2005 (engl.)

8 Rezension Two Wars of Good and Evil in der New York Times vom 09.12.2005 (engl.)