Mantel-und-Degen-Film

 
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50
Erster Film:
Höchstbewerteter Film:
Robin Hood (7.67)
Durchschnittliche Bewertung:
6.57
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Der Mantel-und-Degen-Film zählt zum Genre des Abenteuerfilms und zeichnet sich insbesondere durch choreographierte Degenkämpfe aus. Der Held löst den Ritter des Mittelalters ab und richtet sich oftmals gegen staatliche Obrigkeit. Ursprünglich kommt der Mantel-und-Degen-Film aus Frankreich.

Das Typische des Genres ist nicht nur die Ablösung des Ritters durch den Helden des Mantel-und-Degen-Films, sondern vor allem auch die Abkehr von Aberglauben und Unwissen des Mittelalters. Diese Art Filme werden somit in einem neuen Zeitalter, einer Zeitspanne vom 15. bis zum 19. Jahrhundert angesiedelt: Eben genau in der Zeit als die Rüstung des Ritters durch einen leichteren Umhang (den Mantel), und die Schwerter durch einen präziseren Dolch (den Degen) ersetzt wurden. Der Name der Filme leitet sich somit von der im 17. und 18. Jahrhundert typischen Bekleidung der Helden, dem Mantel, und ihrer typischen Waffe, dem Degen, ab.

Auch bei diesem Genre ist der Bezug zur Literatur groß: Alexandre Dumas begründete die Tradition der “roman de cape et d’épée” (frz. für Mantel-und-Degen-Roman) mit seinen Romanen Die Drei Musketiere (sowie deren Fortsetzungen), Die eiserne Maske und Der Graf von Monte-Christo, die später alle verfilmt wurden. Unterstützt wurde er außerdem von den Autoren Théophile Gaultier und Johnston McCulley, die ihrerseits für neuen Erzählstoff sorgten.

Bereits in der Stummfilmzeit wurden mit Fanfan la Tulipe (1907), The Mark of the Zorro (1920) und Les trois Mousquetaires (1921) die ersten Mantel-und-Degen-Romane verfilmt. Als ein Prototyp des Mantel-und-Degen-Films gilt “Robin Hood”: Die Figur des englischen Volkshelden bot Anlass zu zahlreichen Verfilmungen. Auch Richard Lester hat in den siebziger Jahren zur steigenden Bekanntheit des Genres beigetragen. Beispiele dafür sind die Verfilmungen von Die drei Musketiere (1973), Die vier Musketiere (1975) und die Parodie Royal Flash (1976). Die Verfilmung der Musketiere von 1948 mit Lana Turner und Gene Kelly gilt allerdings als die bekannteste Version.

Die Charaktere des Mantel-und-Degen-Films

Es werden vier verschiedene Figuren unterschieden: der Kavalier, der Rächer, der Edelmann und der Straßenräuber. Der Protagonist kämpft generell für Gerechtigkeit, Ehre und Freiheit. Im Speziellen richtet er sich gegen Einzelpersonen (Gouverneure, Könige) oder Gruppen (Kirche, Adel), sowie gegen durch diese verübtes Unrecht, wie Intrigen, Mord oder ähnliches. Die Hauptfigur des Genres ist jedoch der Kavalier, der dem Ritter ähnelt, jedoch alleine schon wegen seiner fehlenden Rüstung beweglicher ist als dieser. Die körperliche Beweglichkeit wird von einer geistigen ergänzt, da sich der Held oft zu der Kunst hingezogen fühlt.

“Die Noblesse seiner Manieren und seines Geschmacks machen den Kavalier zu einem Vorläufer des Dandy, wenn ihm auch dessen Melancholie fehlt. Er ist eine unkomplizierte Figur, kennt keine innere Zerissenheit.” 1

Um dem Zuschauer diesen Optimismus und die Unbekümmertheit zu vermitteln, erfordert es entsprechende Darsteller: Douglas Fairbanks (junior und senior), John Gilbert (USA), Stewart Granger und Gérard Barray erfüllten diese Rolle.

Das Genre grenzt sich vom Ritterfilm ab, indem es sich von dessen starren Sitten loslöst. Es ist somit im Mantel-und-Degen-Film durchaus möglich auch soziale und moralische Tabus der Zeit zu thematisieren. In einigen Filmen kämpfen tauchen neben den männlichen Darstellern kämpfende Frauen auf: Les secrets du chevalier d’Eon (1959), Lo spadacino di Sienna (1961) und Lady Oscar (1978).

In den fünfziger Jahren entdeckte auch Hollywood das Genre für sich und produzierte einige aufwändige Filme. Jenseits des Atlantiks interessierte man sich nach wie vor vorrangig in Frankreich für den Mantel-und-Degen-Film: Philippe de Broca wurde durch seinen Film Cartouche (1962) berühmt. In der darauffolgenden Zeit verlor das Genre seinen bisherigen Mythos, da die Filme sich immer mehr vom Original und seinen Regeln entfernten. Die Charaktere wurden zwar von bekannten Schauspielern dargestellt, es stand allerdings nicht mehr im Vordergrund für das Gute und für die Gerechtigkeit einzutreten. Stattdessen nahmen die Kampfszenen zu.

Klassiker des Mantel-und-Degen-Films: Die Zorro-Filme

Der Figur des “Zorro” wurde 1919 mit dem Groschenroman “The Curse of Capistrano” von Johnston McCulley geschaffen. Schon ein Jahr später wurde das Buch verfilmt: The Mask of Zorro erfuhr auch in den sechziger Jahren noch einmal ein großes Comeback und wurde in den 1990er Jahren erneut verfilmt (Zorro). Die Geschichte spielt zumeist in Kalifornien, das zu der Zeit noch unter spanischer bzw. mexikanischer Herrschaft stand. Die dort lebende Bevölkerung kämpft gegen ihren Unterdrücker und Gouverneur “Don Sebastian”. Inhaltlich beziehen sich die Zorro-Filme noch stärker auf die Figur des “Robin Hood” als die Mantel-und-Degen-Filme.

Quellen

  • Mantel-und-Degen-Film in der Wikipedia (dt.)

    1 Traber/Wulff (Hrsg.). Filmgenres. Abenteuerfilm. Stuttgart: Reclam, 2004. S. 58

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