Fritz Lang war einer der einflussreichsten Regisseure des frühen 20. Jahrhunderts. Lang war außerdem neben Murnau der wichtigste Vertreter des deutschen Expressionismus. Er besaß Zeit seines Lebens die österreichische, deutsche und US-amerikanische Staatsbürgerschaft und war in allen Kinos vertreten.

Leben und Werk

Fritz Lang wird am 5. Dezember 1890 in Wien als Friedrich Christian Anton Lang geboren. Nachdem er seinem Vater zuliebe 1907 Bauingenieurstudium beginnt, wechselt er schon ein Jahr später an die Wiener Akademie der bildenden Künste, wo er Malerei studiert. In den folgenden Jahren tritt er als Kabarettist auf und unternimmt etliche Reisen in Afrika und Europa.

1913 geht Lang nach Paris, um dort bei dem Künstler Maurice Denis zu lernen und entdeckt dort den Film. 1914 kehrte er nach Österreich zurück um sich als Kriegsfreiwilliger zu melden. In dieser Zeit arbeitet Lang zum ersten Mal als Regisseur, da er eine Theatergruppe der Armee betreut.

Nach einer Kriegsverletzung beginnt er 1917 Drehbücher für Joe May zu schreiben. 1919 zieht Lang nach Berlin und arbeitet als Regisseur für seinen ersten Film Halbblut (1919). Hier lernt er auch seine Frau Thea von Harbou kennen, die er 1922 heiratet und so die deutsche Staatsbürgerschaft erlangt.

Langs Stummfilme

Die bekanntesten Stummfilme Langs sind Dr. Mabuse, der Spieler (1922) und Das Testament des Dr. Mabuse (1932). Beide Filme werden der Stilepoche des Expressionismus zugerechnet, da sie dessen typische Stilmittel verwenden: Dr. Mabuse ist ein genial-verwirrter Verwandlungskünstler, der eine verborgene Macht verkörpert. Hier gibt es Parallelen zu Das Cabinet des Dr. Caligari von Robert Wiene.

Aber auch der zweiteilige Niebelungen-Monumentalfilm Siegfried (1924) und Kriemhildes Rache (1924) war – ebenso wie Langs letzter Stummfilm Die Frau im Mond (1929) durchaus erfolgreich. Elementar für die internationale Filmgeschichte waren jedoch Metropolis (1927) und M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931):

Metropolis (1927) war zu der Zeit einer der teuersten Filme der UFA Universum-Film AG und Wegbereiter des späteren Science Fictions: in der Zukunftsstadt Metropolis leben “Herrenmenschen” und Arbeitermassen, deren Rythmus von den Maschinen bestimmt ist, strikt voneinander getrennt.

Langs Tonfilme

M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931) war Langs erster Tonfilm und gilt heute als einer der Klassiker der Filmgeschichte. Im Gegensatz zu “Dr.Mabuse” haben wir es hier nicht mit einem Machtmenschen, sondern mit einer kranken, eingeschüchterten Person aus dem Kleinbürgertum zu tun:

Diese Entfremdung von den klassischen sozialen Werten, diese Heimatlosigkeit und Wurzellosigkeit des einzelnen wird später im amerikanischen Film Noir wieder aufgegriffen werden.1

Die Zeit in den USA

Nachdem die Nationalsozialisten Das Testament des Dr. Mabuse verboten hatten, emigrierte Lang als einer der ersten, zunächst 1933 nach Frankreich und dann 1934 nach Hollywood, wo er 1939 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft annahm.

Langs erster in den USA entstandener Film Blinde Wut (1936) erinnert an M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931), da er die psychische Situation eines vom Mob Verfolgten thematisiert. Danach drehte Lang einige Western Es folgten einige Western und schließlich ab 1941 einige anti-nationalsozialistische Filme, wie der Propagandafilm Henker sterben auch (1942). 1944 folgte Ministry of Fear nach der Roman-Vorlage von Graham Greene und 1946 Cloak and Dagger mit Gary Cooper und Lilli Palmer.

Schon in der frühen Zeit bereitete Lang den Film Noir vor und schuf in dieser Gattung Filme wie Heißes Eisen (1953).

1956 kehrte Lang nach Europa zurück und drehte für Artur Brauner die exotischen Märchenfilme Der Tiger von Eschnapur und dessen Fortsetzung Das indische Grabmal, beide von 1959. Für beide hatte er bereits zu Beginn seiner Karriere Drehbücher geschrieben, so gab es bereits 1921 eine FIlm-Version von Der Tiger von Eschnapur.

Außerdem wagte er mit Die 1000 Auge des Dr. Mabuse (1960) eine erneute Folge der Mabuse-Filme. Diese war in Langs Augen jedoch nur ein kommerzieller und kein künstlerischer Film und sollte Langs letztes Werk werden.

Allerdings holte ihn Jean-Luc Godard für Die Verachtung (1963) vor die Kamera: in dem Film verkörperte Lang 19sich selber als Regisseur und inszenierte diese Szenen auch selbst.

Fritz Lang starb am 2. August 1976 in Beverly Hills, Kalifornien.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen im Internet

Quellen

  • Faulstich. Filmgeschichte. Paderborn: Wilhelm Fink, 2005. S. 75-78
  • Fritz Lang bei der Wikipedia (dt.)

1 Faulstich. Filmgeschichte. Paderborn: Wilhelm Fink, 2005. S. 78

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