Catherine Breillat

Drehbuch, Regisseur, Akteur, Autor, Buch

Vorhandene Filme:
20 seit 1972
Geschlecht:
weiblich
Geburtstag:
1948-07-13 (69 Jahre)
Geburtsort:
Bressuire, Deux-Sèvres, Poitou-Charentes, France
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Catherine Breillat ist eine französische Autorin, Schauspielerin und Filmemacherin, deren Themen meist um weibliche sexuelle Identität und Pubertät kreisen. Skandale erweckten bereits viele ihrer Filme, die meist als Dramen angelegt sind und durch eine offensive Darstellung von Sexualität zum Nachdenken anregen oder Anstoß erregen.

Vita und Werk

Kindheit und Jugend

Catherine Breillat kommt am 13. Juli 1948 in einer Kleinstadt namens Bressuire nahe Niort (Poitou-Charentes) zur Welt. Während die ein Jahr ältere Schwester Marie-Hélène das Leben eines Mädchens führen darf, ist Catherine der “garçon manqué”. Mit Einbruch der Pubertät (sie bekommt ihre erste Menstruation im Alter von neun Jahren) verändert sich die Wahrnehmung des Mädchens schlagartig. Die Beziehung zu ihrer Mutter, die sie anhält, ihre großen Brüste gut zu verstecken, verschlechtert sich ebenso wie das Verhältnis zum Vater, dem “petit-bourgeois”. Später wird Breillat sagen, sie sei zur Scham über ihren eigenen Körper erzogen worden und habe sich während ihrer Jugend als “monstresse” gefühlt.

Quand on a ses premières règles, 90 de tour de poitrine, c’est simple: on vous enferme et on vous suspecte. Mais de quoi peut-on suspecter une petite fille? J’ai intégré la haine et la honte que l’on m’a inculquées à un âge où on est si faible, alors que le désir sexuel est légitime.

Erste Wege als Schriftstellerin und Filmemacherin

Mit 17 Jahren verlässt Catherine gemeinsam mit ihrer Schwester das Elternhaus, um in Paris zu studieren. Nachdem sie an der Pariser Hochschule für Film nicht angenommen wird, schreibt sie im schreibt sie im selben Jahr ihren ersten Roman, L’Homme Facile, der im Mai 1968 erscheint. Doch hütet sich Breillat, das Buch mit den Studentenrevolten in Verbindung zu bringen: “L’Homme Facile, c’est ma révolution à moi.” Paradoxerweise wird der von einer 17jährigen verfasste Roman erst ab 18 Jahren freigegeben.

1969 und 1970 folgen Breillats zweiter Roman Le Silence après und ihr erstes Theaterstück Les Vêtements de Mer. Auch schreibt sie ihr erstes Drehbuch für Catherine & Co. Ein Jahr später erhält Catherine durch ihre Schwester Hélène eine kleine Nebenrolle in Bernardo Bertoluccis Der letzte Tango in Paris. CB sieht nun ihre letzte Chance, doch noch zum ersehnten Kino zu gelangen, über den Umweg der Schriftstellerei. So soll es auch sein: Nach dem Erfolg des 1974 erschienenen Romans Le Soupirail erhält sie von dem Produzenten André Génovès die finanzielle Unterstützung, um die Verfilmung in Angriff zu nehmen. Ein Mädchen (1976), das Debut Breillats, scheitert zunächst am Konkurs Génovès. Er soll erst 2000, im Zuge einer Debatte um den Film Baise-moi in den Kinosälen gezeigt werden.

Leitthemen im Breillatschen Kino

Le Soupirail wird von den Kritikern als autobiographischer und realistischer Roman verstanden. Er handelt von der aufwachenden Sexualität der 14jährigen Alice Bonnard, die, wie auch CB selbst, jeden Sommer aus ihrem Mädchenpensionat zu den Eltern in die südfranzösischen Landes zurückkehrt. Bis 2006 realisiert CB weitere zehn Filme, die größtenteils auf ebenfalls von ihr verfassten Romanvorlagen basieren. Die Subjektgenese der Frau über den Weg der Erkenntnis ihrer sexuellen Identität dient hierbei als roter Faden, den CB stets verfolgt. Auch wenn sich jeder ihrer Filme in der Herangehensweise vom anderen unterscheidet, so ist doch die Botschaft der Filmemacherin deutlich zu hören. CB kämpft gegen das Tabu der weiblichen Sexualität an, dass viel zu oft mit der Falschaussage verschleiert wird, Frauen lebten schon heute in einer sexuell befreiten Gesellschaft.

Tatsächlich zeigt Breillat durch das Überschreiten bestimmter Grenzen, dass noch immer Tabus bestehen und die Frau noch immer angehalten wird, ihre Sexualität nach einer bestimmten tradierten, patriarchalisch oktroyierten Konvention auszurichten. Auch im Kino existieren zwar neben den beiden Polen “Hure oder Mutter” Variationen weiblicher Figuren, doch steht ihre Sexualität nicht im Vordergrund, sondern dient der Befriedigung des männlichen Zuschauerblicks. CB erklärt ihre mit dem Ziel der Enttabuisierung verbundene Methode:

Natürlich suche ich als Regisseurin nach Bildern, die es noch nicht gibt. In der Realität existieren sie, sind aber begrenzt auf den Blick, den man ihnen aufzwingt. Ich kann mir jedes Bild der Welt erlauben, aber es lebt von dem Blick, den ich darauf werfe, und darauf vertraue ich. Viele andere haben kein Vertrauen in diesen Blick und verbieten sich eine Menge. Ich verbiete mir gar nichts, ich zensiere mich da kein bisschen. Ich habe manchmal auch eine riesige Angst davor, aber immer war es so, dass sich die Sachen als die schönsten herausgestellt haben, vor denen ich die meiste Angst hatte.

Schon der erste Film der Regisseurin schockierte durch seine Bilder: Beispielsweise sieht man darin die Schülerin Alice Bonnard auf der Internatstoilette, wie sie in ihrem eigenen Urin watet. Im Jahre 2000 schrieb die Journalistin Marie-Noelle Tranchant in Le Monde, allein diese Szene entblöße die Intimität einer Frau und diene lediglich der Degradierung einer Person. Dem Kino Breillats wird ebenso oft vorgehalten, es sei Pornographie und damit sittenwidrig.

Obwohl CB mit ihrem neuesten Film Die letzte Mätresse, der im April 2007 erschien, und La Fille aux yeux d’or, der sich noch in der Produktion befindet, neue Wege beschreitet, gibt es doch gleich bleibende Konstanten in ihrem Werk. Dem Grundthema der Selbstbehauptung der weiblichen Sexualität folgend legt CB ein besonderes Augenmerk auf das junge, pubertäre Mädchen sowie auf die patriarchalisch geordnete Familie.

Privatleben

Breillat ist Mutter von zwei Söhnen. Sie lebt in Paris und in der Bretagne. Bis zum Selbstmord von Christine Pascal war sie eng mit der Schauspielerin befreundet.

Literatur zur Regisseurin

  • Catherine Breillat, Artikel von Brian Price über die französische Regisseurin (engl.)
  • Clouzot, Claire: Catherine Breillat, Indécence et Pureté, Cahiers du Cinéma, Milanostampa / Farigliano 2004 (frz.)
  • Richter, Dörte: Pornographie oder Pornokratie? Frauenbilder in den Filmen von Catherine Breillat, Avinus Academia, Berlin 2005
  • Vasse, David: Catherine Breillat, Un Cinéma du rite et de la transgression, Arte Editions / Editions Complexe, Issy-les-Moulineaux 2004 (frz.)

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