18971987
 

Douglas Sirk

Regisseur, Archivmaterial

Douglas Sirk wurde als Hans Detlef Sierck in Hamburg geboren und arbeitet zunächst als erfolgreicher Bühnenregisseur und dann als Filmregisseur der Ufa. 1943 emigrierte er in die USA und drehte zahlreiche Hollywood-Filme. Sein Werk erfuhr erst spät die angemessene Würdigung. Fassbinder oder Almodovor diente er als Vorbild.

Leben und Werk

Douglas Sirk wurde am 26. April 1897 in Hamburg unter dem bürgerlichen Namen Hans Detlef Sierck geboren.

Nach dem Abitur wurde er zunächst Soldat bei der Reichsmarine und begann dann Rechtswissenschaft zu studieren. Nach dem Studium arbeitete er als Journalist für die “Neue Hamburger Zeitung”.

Im Jahr 1920/21 begann er als Hilfsdramaturg am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg zu arbeiten und war schließlich zwischen 1929 und 1935 Intendant des Alten Theaters. 1934 bekam er von der UFA Universum-Film AG einen Vertrag als Regisseur, obwohl er als Gegner der Nazis bekannt war. 1935 drehte er seinen ersten Film April, April und war in den darauf folgenden Jahren verantwortlich für den Aufstieg von Zarah Leander. Sein größter Erfolg in Deutschland war der Film Schlußakkord (1936).

1937 entschied er sich für das Exil und ging zunächst nach Frankreich, um dann in die USA überzusiedeln, wo er sich in Douglas Sirk umbenannte. Er arbeite zunächst als Drehbuchautor bis ihm das Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer 1943 den ersten Regieauftrag gab: Hitler’s Madman (1943), ein Anti-Nazi-Film über Reinhard Heydrich.

Der Durchbruch gelang Sirk 1944 mit dem Melodram Melodrama Summer Storm. 1948 wählte Claudette Colbert ihn aus, bei dem Film Noir Sleep, My Love Regie zu führen.

1949 kehrte Sirk für kurze Zeit nach Deutschland zurück. Nach kurzem Aufenthalt ging er nach Hollywood zurück und begann für Universal Pictures zu arbeiten.

In den 1950er Jahren entwickelte er sich zu einem der erfolgreichsten Regisseure von Melodramen, die zu seinem Markenzeichen wurden. Nach seinem Erfolgsfilm In den Wind geschrieben (1956), drehte er mit Solange es Menschen gibt (1959) seinen letzten Film.

In den 70er Jahren zog sich Sirk in die Schweiz und ins Privatleben zurück. Er unterrichtete von 1974 bis 1978 als Gastdozent an der Hochschule für Fernsehen und Film München u.a. auch Rainer Werner Fassbinder, den er stark prägen sollte. 1978 erhielt er für sein Lebenswerk den Deutschen Filmpreis und 1986 den Bayerischen Filmpreis.

Douglas Sirk starb am 14. Januar 1987 in Lugano, Schweiz im Alter von 90 Jahren.

Stil

Sirk ist bekannt für seine Melodramen und ganz besonders für das Familien-Melodram. Seine wichtigsten Hollywood-Melodramen sind Hat jemand meine Braut gesehn? (1951), Eine abenteuerliche Frau (1953), Die wunderbare Macht (1954), Was der Himmel erlaubt (1955), Duell in den Wolken (1957) und Solange es Menschen gibt (1958). Der Klassiker unter seinen Familien-Melodramen ist jedoch In den Wind geschrieben (1956).

Bewertungen

Regisseur Douglas Sirk spezialisierte sich auf Filme, die einst allseits als Schnulzen abgetan wurden. In den frühen 70er Jahren auf Filmfestivals auf der ganzen Welt wiederentdeckt, kam es zu einer späten, aber richtigen Würdigung der Kühnheit und echten Subversivität seines Werkes.1

Weiterführende Informationen

Wissenswertes

  • Besonders mit A Time to Love and a Time to Die (1958) nach einem Roman von Erich Maria Remarque gewann Sirk den besonderen Respekt von Jean-Luc Godard und François Truffaut, die sich begeistert zeigten von dem innovativen Einsatz neuer Techniken wie Cinemascope und Technicolor für die Schilderung sensibler und intimer Momente.

Weitere Informationen im Internet

Quellen

  • Douglas Sirk bei der Wikipedia (dt.)
  • Schneider. 1001 Filme. Zürich: Edition Olms, 2004. S. 330

1 Schneider. 1001 Filme. Zürich: Edition Olms, 2004. S. 330

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