Wil Wheaton

Akteur, Stimme

Wil Wheaton ist ein ehemaliger Kinderdarsteller, heute Schauspieler und Schriftsteller. Seine Popularität verdankt er der nicht immer unumstrittenen Rolle des Wesley Crusher in der Fernsehserie Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert. Zuvor spielte er 1986 eine seiner Reputation dienlichen Hauptrolle in Rob Reiners Film Stand By Me - Das Geheimnis eines Sommers.

Biografie

Wie bei vielen talentierten Darstellern, die durch Ihre Arbeit für Star Trek bekannt geworden sind, war Wheatons Karriere fast nur auf entsprechende Auftritte beschränkt. In seiner Jugend war er ein oft gesehener Gast bei Star-Trek-Conventions und in Jugendmagazinen sehr populär. Schauspielerisch trat er abgesehen von Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers und Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert kaum in Erscheinung. Dieser Umstand und die Tatsache, dass die ihm nahe stehenden Personen ständig sein schauspielerisches Talent würdigten, führten schließlich dazu, dass er Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert in der vierten Staffel verließ, um andere Schauspielprojekte zu verfolgen. Ab diesem Zeitpunkt stand er bis zum Erscheinen seines Buches “Dancing Barefoot” (2003) auch nicht mehr für Convention-Auftritte zur Verfügung.

Leider musste Wheaton schnell feststellen, dass die Filmindustrie kein großes Interesse an ihm hatte. Gefragt waren in den frühen 1990er Jahren insbesondere junge männliche Darsteller, die rauh und verwegen wirkten, Attribute, die man Wheaton nicht unbedingt zuschreiben kann.

Die folgenden Jahre verbrachte er in Kansas bei einem Unternehmen, das Software für den Commodore Amiga herstellte. Als klar wurde, dass diese Arbeit in einer Sackgasse münden würde, kehrte er nach Los Angeles zurück und versuchte wieder in die Unterhaltungsindustrie einzusteigen. 1999 heiratete Wheaton Anne Prince, die zwei Stiefsöhne mit in die Ehe brachte.

Wie viele Schauspieler, die Ihre Karrieren wieder beleben wollten, hat er in den späten 1990er Jahren den Independent Film für sich entdeckt. Verschiedene dieser Filme, wie The Good Things, in dem Wheaton einen frustrierten Mautkassierer aus Kansas spielt, haben Preise gewonnen. Außerdem wurde Wheaton beim „Melbourne Underground Film Festival“ 2002 für seine Rolle in Jane White Is Sick And Twisted als „Bester Schauspieler“ ausgezeichnet. Er spielte auch bei einer Star-Trek-Ausgabe der Spielshow The Weakest Link (in Deutschland als Der Schwächste fliegt bekannt), und macht Improvisations- und Sketch-Comedy am „ACME Comedy Theater“ in Hollywood. Er gehört zu einer Comedy-/Improvisations-Truppe namens „EarnestBorg9“, die auf Conventions Comedy zum Thema Science Fiction und Geeks macht.

Seine Stimme kann man zudem in verschiedenen amerikanischen Hörbüchern sowie beispielsweise in dem Zeichentrickfilm Teen Titans oder als Radiomoderator Bichard Burns in dem Computerspiel Grand Theft Auto: San Andreas hören.

Obwohl sein Charakter Wesley Crusher und dadurch auch Wheaton selbst während der ersten Staffeln von Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert lautstark von einer Gruppe von Trekkies verschrien wurde, entwickelte er sich inzwischen zu einem herausragenden Mitglied der Geek-/Nerd-Gemeinde. Er unterhält sogar sein eigenes Weblog, auf das sich seine heutige Popularität größtenteils stützt. Andere Popularitätsfaktoren sind seine autobiographischen Bücher sowie seine schauspielerische Arbeit der 1980er und 1990er Jahre.

Neben seiner Arbeit am Weblog, gilt er als Stammschreiber bei “Slashdot” sowie “Fark”. Des Weiteren ist er ein engagierter Mitarbeiter bei der “Electronic Frontier Foundation”, einer Stiftung, die die Redefreiheit und Privatsphäre verteidigt. Wheaton steuert auch regelmäßig Beiträge zu den Webseiten von Metroblogging in Los Angeles bei. Eine eigene monatliche Kolumne namens “Wil Save” unterhält Wheaton in dem auf Dungeons and Dragons basierenden Magazin “Dungeon”. Hier berichtet er in anekdotisch aus seinem Leben in der Rollenspielwelt. Seit Januar 2005 schreibt er auch eine Kolumne über Videospiele in “The Onion”.

Im Frühjahr 2003 gründete Wheaton seinen eigenen unabhängigen Verlag “Monolith Press” und veröffentlichte seine Memoiren unter dem Titel “Dancing Barefoot”. Die meisten Passagen sind ausführliche Versionen seiner Weblog-Einträge. Innerhalb von vier Monaten konnten drei Auflagen dieses Buchs verkauft werden, sodass der Verlag “O’Reilly Media” darauf aufmerksam wurde und mit Wheaton einen Vertrag über drei Bücher schloss. “Dancing Barefoot” erscheint seitdem bei O’Reilly nebst dem zweiten Werk “Just a Geek” (2004). Eine Version als Hörbuch ist derzeit in der Produktion.

Wheaton wird oft mit dem Jazzmusiker Will Wheaton Jr. verwechselt, der unter anderem am Film Mystery Men mitgewirkt hat.

Quellen

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