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62 seit 1986
Geschlecht:
männlich
Geburtstag:
1959-07-26 (57 Jahre)
Geburtsort:
South Orange, New Jersey, USA
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    Kevin Spacey Fowler
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    Kevin Matthew Fowler
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Film- und Theaterschauspieler, der in den neunziger Jahren mit Filmen wie "Die üblichen Verdächtigen" (1995) und "American Beauty" (1999) bekannt wurde, für die er zwei Oscars gewann. Heute liegt sein Schwerpunkt als Intendant des Old Vic in London beim Theater.

Leben und Werk

“Das war großartig, Junge. Du solltest nach New York gehen und das studieren.”

Kevin Spacey erhielt dieses Lob als 13-Jähriger bei einem Schauspielseminar von Jack Lemmon. Zwei Jahre später bei einer High School-Aufführung von Arthur Miller “All My Sons”, als er bemerkte tatsächlich einen Effekt auf das Publikum zu haben, wusste er, er wollte nicht nur Schauspieler werden, sondern war ab jetzt einer.

Zusammenarbeit mit Jack Lemmon

Jack Lemmon wurde in den folgenden Jahren sein wichtigster Mentor. Beide standen mehrmals gemeinsam auf der Bühne (u.a. in Eugene O’Neills “Long Day’s Journey into Night” als Vater und Sohn) und teilen sich sogar zwei Einträge in ihren Filmografien: Dad (1989) sowie Glengarry Glen Ross (1992), die Verfilmung des preisgekrönten Stücks von David Mamet, das vom beeindruckenden Cast (Al Pacino, Alec Baldwin, Ed Harris, Alan Arkin, Jonathan Pryce…) liebevoll Death of a Fuckin’ Salesman betitelt wurde. Mit diesem Film konnte Spacey erst richtig beim Film Fuß fassen, der ihm bisher nur undankbare, winzige Nebenrollen eingebracht hatte, obwohl er 1991 bereits einen Tony Award für Neil Simons Broadway-Hit “Lost in Yonkers” gewann und in der TV-Serie “Wiseguy” (1987-1990) als durchgeknallter Mob Boss und Waffenhändler Mel Profitt erste Fans gesammelt hatte.

Die 1990er: der erste Oscar

Die Neunziger sahen den einzigartigen Solo-Aufstieg des Ensemble-Künstlers Kevin Spacey. Sein persönliches “Annus mirabilis” war das Jahr 1995, in dem kurz nacheinander The Hollywood Factor, Outbreak – Lautlose Killer und vor allem Sieben und Die Üblichen Verdächtigen in die Kinos kamen. Das Kinopublikum begann seinen Namen und sein Gesicht zu verbinden und obendrein bescherte ihm seine Rolle als Roger “Verbal” Kint den ersten Academy Award.

Spacey hatte von nun an das Image des Jokers auf jeder Besetzungsliste, vom manipulativen Maniac über den Serienkiller hin zum Gesellschaftslöwen. Der ganz große Durchbruch beim Massenpublikum kam mit American Beauty. Sam Mendes suchte für seinen Erstling “einen durchschnittlichen wie auch ganz besonderen Menschen” und fand ihn: “Kevin has a kind of phlegmatic, vulnerable, foolish quality, as well as an ability to turn every mundane moment into an extraordinary moment of focus. He has a laser beam behind his eyes. With just a twitch of the head he zaps and makes the hairs stand up on the back of your neck.”

Als Jack Vincennes im Meisterwerk L.A. Confidential zeigte er uns die von Mendes beschriebenen Laserstrahlen in seinen Augen. [Spoiler ahead für den Rest des Absatzes, für alle die L.A. Confidential und American Beauty noch nicht gesehen haben] In seinem überraschenden Abgang sieht man in einer bewundernswert langen Szene wie das Leben aus seinen Augen weicht, dabei stirbt er mit einem Lächeln auf den Lippen und zeigt uns, dass er das mysteriöseste Lächeln seit der Garbo besitzt. Eine ähnliche Szene findet sich auch in “American Beauty”.

James Ellroy nannte ihn am Set von L.A. Confidential zwar “The Alpha Dog”, doch Spacey ist ein lenkbarerer Schauspieler, keiner der dem Regisseur gegenüber den Star herauskehrt: “I like to let them guide me and shape me like I’m a piece of butter”. Er ordnet sich dem Film unter. Da mag er als begnadeter Imitator – eine kurze Zeit verdingte er sich in jungen Jahren als Stand-Up Comedian – noch so sehr Rampensau sein, dieses Talent kanalisiert er auf Bühne und Film durch Referenzen: sein Lester Burnham ähnelt Jack Lemmon in “The Apartment” nicht zufällig und für “L.A. Confidential” erhielt er von Regisseur Curtis Hanson eine nur aus zwei Worten bestehende Regieanweisung: “Dean Martin”. Spacey ist kein klassischer “Leading Man”, er zieht die Blicke bewusst auf sich und verschließt sich ihnen wieder. Man spürt seine Präsenz, ohne ihn im Fokus zu haben, notfalls kann er sich komplett zurücknehmen und anderen die Show überlassen. Das macht ihm zu einem idealen Ensembledarsteller. Sein Privatleben hat er zum Frust der Medien ebenso konsequent unter Verschluss gehalten – ganz nach Al Pacinos Merksatz: “Je weniger das Publikum von deiner Persönlichkeit weiß, desto offener wird es gegenüber den Charakteren sein, die du verkörperst”.

Der “Filmzirkus” verliert an Reiz

Kevin Spacey durchschaut das Geschäft mit der Verführung: Industrie, Medien und Publikum lieben am jeweiligen Darsteller vor allem jenes Gesicht, mit dem sie ihn entdeckten und davon sind alle nur schwer abzubringen. Wie wahr. Spacey, bis dahin gerne als “Psycho vom Dienst” abgestempelt, empfand die Rolle des Lester Burnham als Befreiung, so ganz anders als die ihm üblich angebotenen Rollen (und er hat angeblich viel abgelehnt): der coole, zynische Strippenzieher im Hintergrund, der allen immer einen Schritt voraus ist. Auf diesen Wandel folgte im Jahr 2000 der zweite Oscar und Spacey verschloss sich dem Rampenlicht Hollywoods sogleich wieder: “As far as I’m concerned, when I looked at what happened in my career […] I thought it couldn’t get much better. What was I going to spend the rest of my life doing? Trying to top myself? Trying to stay hot, trying to make sure I was in the right movies? I don’t give a shit. I’m trying to do something with my success which is bigger than myself. I’m no longer interested in my personal career. I am interested in the impact I can have on a lot of other people’s careers and on audiences”.

Überzeugt alles erreicht zu haben, verlor der Filmzirkus für ihn an Reiz und er folgte erneut einem Ratschlag Jack Lemmons, der immer am Boden geblieben war, und bei Spacey bleibenden Eindruck hinterließ: “[…] if you’ve been fortunate enough to be successful in the business that you wanted to be in, then it is your obligation to send the elevator back down”. Spacey wäre ohne fremde Hilfe nie soweit gekommen und nun war er in der Position anderen zu helfen.

Die Webpräsenz seiner 1997 gegründeten Produktionsfirma Trigger Street Productions verwandelte er mit Dana Brunetti 2002 zu einer populären Online-Platform, für junge Drehbuchautoren und Filmemacher, die ihre Werke auf der Seite hochladen und von Gleichgesinnten bewerten lassen, an Wettbewerben teilnehmen und Studios und große Namen auf sich aufmerksam machen können. Spacey selbst ist seitdem größtenteils in jenen Trigger Street Produktionen (wie z.B. “The United States of Leland” oder zuletzt “Shrink”) aufgetreten, um diese zu unterstützen.

Spacey macht nun was er will und erfüllt sich seine Träume. 15 Jahre lang versuchte Spacey Bobby Darins Leben zu verfilmen und das merkt man leider auch, ebenso wie seine überbordende Liebe zu Darin, der durch seinen frühen Tod eben doch die meiste Zeit im Schatten Sinatras blieb. Spacey fand keinen Regisseur und entschloss sich, bevor er noch älter wurde, den Film selbst zu drehen. Das Geld konnte er letztlich in Deutschland auftreiben und so entstand 2003 “Beyond the Sea” größtenteils in Babelsberg. Sanssouci (im Winter!) muss als Toskana herhalten und ein Potsdamer Kinderspielplatz im Park als Beverly Hills. Seit seinem Regie-Debüt “Albino Alligator” (1996) hat sich sein Können hier zwar merklich weiterentwickelt, doch gänzlich gelungen ist der Film bei weitem nicht, überall tropft Spaceys Herzblut aus den Bildern und damit war er leider zu nah an der Geschichte dran, um sie wirklich gekonnt erzählen zu können. Er selbst singt und tanzt durch den Film, ein Talent, welches er nicht nur in Musicals auf der Bühne gerne mal auslebt, aber sich weigert auszuschlachten. Wenn er ein eigenes Album aufnehmen würde, so Spacey, dann würde es sich garantiert nicht aufgrund seiner Musik, sondern aufgrund seines Namens verkaufen. Dieser Eitelkeit widersteht er also tapfer.

Die größte Veränderung ist jedoch, dass Spacey zu seiner alten Liebe, dem Theater, zurückgekehrt ist. Nie hatte er der Bühne ganz den Rücken gekehrt: 1998/1999 spielte er den Hickey in Eugene O’Neills “The Iceman Cometh” im Londoner West End und am Broadway. Er wurde Mitglied des “Theatre Trust Board” des Old Vic Theatre in London. Ein altehrwürdiges Theater, das lange Zeit Heimat der National Theatre Company war und unter anderem bereits von Sir John Gielgud, Sir Laurence Olivier sowie Richard Burton geleitet wurde und Albert Finney, Judi Dench, Maggie Smith, Derek Jacobi und Peter O’Toole auf die Bühne ließ. Dieses Theater hatte eine finanziell harte Zeit hinter sich und schon lange keine eigenen Produktionen mehr aufgeführt als 1998 diskutiert wurde es in ein Pub, eine Bingo-Halle oder gar einen Stripclub zu verwandeln. Alles schrie auf und Spacey wurde damals bereits die künstlerische Leitung des Theaters angeboten. Seit er als Kind hier mal eine Aufführung gesehen hatte, liebte er das Old Vic und obwohl er nicht sofort zu sagte, war die Entscheidung schon damals gefallen.

Theaterleben: Das Old Vic

Im Jahr 2003 zog er von New York nach London und wurde zum Artistic Director, also zum Intendanten des Theaters, ein Engagement von 10-12 Jahren, mit dem ehrgeizigen Ziel das Old Vic zu renovieren (ganz besonders das Dach hat es nötig), es finanziell auf sichere Füße zu stellen und wieder ein eigenes Schauspielensemble mit eigenen Produktionen aufzubauen, auf dass das Theater auch nach ihm floriert. Nicht leicht für ein Haus, das keine Fördergelder von Stadt und Land bekommt und sich selbst finanzieren muss. Das ist nun sein Full-Time-Job, inklusive Papierkram, Charity-Betteltouren, ab und an selbst Regie führen und mindestens in einem Stück in der Saison selbst auf der Bühne stehen. Peter O’Toole schaut sich noch heute jede neue Old Vic Produktion an, holt Spacey Backstage ab, geht mit ihm was trinken und lobt oder geigt ihm die Meinung, je nachdem wie es ihm gefallen hat.

Beim Publikum waren beinahe alle Stücke der vergangenen Jahre ein Erfolg, Londons Theaterkritiker für sich zu gewinnen, war weit härter. Diese behandelten ihn wie er es erwartet hatte, als dahergelaufenen Ami, der sich nur wichtig machen will und auf einer englischen Traditionsbühne nichts verloren hat. Dabei erinnerte er sich an Sam Wanamaker, einem amerikanischen Schauspieler und Regisseur, der nach England kam und in den siebziger Jahren begann Shakespeares Globe Theatre zu bauen. In den ersten Jahren wurde es ihm so schwer wie möglich gemacht und nun ist London voll des Lobes und glücklich das Theater zu haben.

“Sending the elevator back down” auch im Theater: Old Vic New Voices heißt das Jugendprogramm, das Spacey ins Leben gerufen hat, um in Workshops junge Leute fürs Theater machen zu begeistern und wer unter 25 Jahre alt ist, bekommt an der Kasse extrem günstige Tickets. Tritt Spacey selbst auf, dann lohnt sich nach dem Stück der Gang zur “Hatch”, einer Klappe in der Stage Door. Er kommt immer und gibt brav Autogramme.

Das Old Vic kooperiert mit anderen Theatern in der Welt. In Deutschland ist man regelmäßig bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen vertreten. Spacey selbst trat 2006 mit der Trevor Nunn Inszenierung “Richard II” für über eine Woche im Ruhrpott auf und 2008 brachte er Jeff Goldblum in David Mamets Stück “Speed-The-Plow” dort auf die Bühne.

Ab Oktober 2008 war er außerdem für ein Jahr Cameron Mackintosh Visiting Professor für zeitgenössisches Theater in Oxford, vor etwa einer Woche war die letzte Vorstellung von “Complicit”, einem neuen Stück von Joe Sutton über das politische Klima in den USA nach 9/11. Seine freien Tage scheint er außerdem gerade damit zu verbringen diverse kleinere Filmfestivals abzuklappern. In den letzten paar Wochen allein war er in der Türkei, in Italien und in Spanien.

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