George Walton Lucas Jr. ist ein US-amerikanischer Produzent, Drehbuchautor und Regisseur. Zu seinen erfolgreichsten Filmprojekten zählen die Star-Wars-, sowie die Indiana-Jones-Filmserie.

Biografie

George Lucas wurde als Sohn von Dorothy und George Lucas Senior in der Kleinstadt Modesto im Tal von San Joaquin geboren. Lucas Vater war Eigentümer einer Schreibwarenhandlung namens L. M. Morris. George Junior hatte zwei ältere und eine jüngere Schwester und sein Vater ging damals noch davon aus, dass sein Sohn das Geschäft später überschrieben bekommt und weiter betreiben wird. Da sich Dorothy Lucas häufig und lange im Krankenhaus aufhielt, lag die eigentliche Verantwortung bei ihrem Mann. George Senior versuchte stets die konservative Arbeitsmoral auf seine Kinder zu übertragen und war streng und konsequent in der Erziehung.

Schon in jungen Jahren las George Lucas Romane wie Die Schatzinsel, Robinson Crusoe, Die Abenteuer des Tom Sawyer und Die Abenteuer des Huckleberry Finn sowie Comics von Donald Duck und Superman und die Geschichten von Robin Hood. Durch sein geschichtliches Interesse vertiefte sich Lucas beispielsweise auch in Biografien von General Custer und Thomas Edison. Zu Lucas Lieblingssendungen im Fernsehen gehörten die Wiederholungen der Samstagvormittagsserien wie Adventure Theater, die serielle Comicverfilmung Flash Gordon und die Science-Fiction-Serie Buck Rogers.

Die Familie Lucas zog in den späten 1950er Jahren in ein abgelegenes Ranch-Haus um. Das Grundstück war eine fünf Hektar große Plantage von Walnussbäumen. Lucas besuchte die Thomas Downey High School und war dort ein Schüler mit mittelmäßigen Leistungen. Mit der Pubertät entwickelte Lucas ein starkes Interesse zu Motorrädern, später auch zu Autos. Oft verbrachte er seine Zeit in einer Autowerkstatt und bastelte an seinem Fiat-Bianchina. Mit 16 Jahren war es Lucas großer Traum eine Rennfahrer-Karriere zu beginnen.

Drei Tage vor seinem Schulabschluss, am 12. Juni 1962, wurde der 18-jährige George Lucas in einen Autounfall verwickelt. Als er nachts auf dem Nachhauseweg in die Einfahrt seines Elternhauses einbiegen wollte, versuchte sein Klassenkamerad Frank Ferreira ihn mit 140 km/h zu überholen. Die beiden Wagen kollidierten, wobei sich Lucas Fiat mehrmals überschlug und gegen einen Walnussbaum krachte. Kurz vor dem Einschlag riss Lucas Anschnallgurt, so dass er aus dem Auto geschleudert wurde. Ferreira blieb unverletzt, während Lucas bewusstlos am Straßenrand liegen blieb.

Lucas zog sich mehrere Quetschungen der Lunge zu und brach sich einige Rippen. Die folgenden zwei Tage lag er im Koma und wurde anschließend zwei Wochen auf die Intensivstation verlegt. Selbst nannte er seinen Unfall eine “Reifeprüfung”, bei der er sich gegen eine Karriere als Rennfahrer entschied.

“Vor dem ersten Unfall macht man sich keine Gedanken um das Risiko, weil einem nicht klar ist, wie nahe man am Abgrund steht. Ich gehörte einem Club an, in dem auch einige Rennfahrer waren, und einer von denen machte weiter und fuhr sogar in Le Mans. [...] Man kann sich eine Zukunft im Rennsport ziemlich genau ausmalen und weiß, dass es einem letztendlich das Leben kosten wird. Irgendwie wurde mir klar, dass das vielleicht doch nicht das Richtige für mich ist.”

Ausbildung

George Lucas entschloss sich für das Junior College in Modesto und studierte dort Anthropologie, Psychologie und Philosophie. Er interessierte sich zwar weiterhin für den Motorsport, fotografierte aber fortan die Rennwagen nur noch. Sein Vater förderte sein Interesse für Kleinbildkameras und richtete seinem Sohn eine Dunkelkammer ein. Als der Vater auch den Wunsch äußerte seinen Laden zu übernehmen, lehnte George Lucas ab und trug sich zusammen mit seinem Freund Haskell Wexler nach einem guten Junior-College-Abschluss für die Filmhochschule University of Southern California in Los Angeles ein.

Dank der finanziellen Unterstützung seines Vaters und einem Empfehlungsschreiben von Wexler, der mit einigen Hochschullehrern befreundet war, konnte Lucas Englisch, Astronomie und Geschichte studieren. Außerdem belegte er noch zwei Filmseminare, in denen er Filmgeschichte und Animation lernte. Lucas damalige Zeitgenossen waren Hal Barwood, Willard Huyck, John Milius und Matthew Robbins, welche alle Drehbuchautoren und Regisseure wurden, während Caleb Deschanel sogar vier Oscar-Nominierungen erhielt.

Im Jahr 1965 wollte George Lucas Dokumentarfilmer werden. Sein Interesse an Bildmontagen und Animationen nutzte er für seinen ersten Studentenfilm Look at Life, eine Montage von schnellen Bildfolgen, die zusätzlich von ruhigen Gitarrenklängen begleitet wird. Sein nächster Studentenfilm trug den deutschen Titel Freiheit. Dieser Kurzfilm handelt von einem jungen Mann mit dem Wunsch nach Freiheit, der 1961 Ost- und Westdeutschland voneinander trennte.

Herbie, der dritte Studentenfilm von Lucas, bestand aus Aufnahmen von nächtlichem Straßenverkehr, der sich in der Karosserie eines Autos spiegelte. Mit dieser Art des Filmens wollte Lucas seine dokumentarischen Fähigkeiten mit einem visuellen Aspekt verbinden. Im Abspann war dann zu lesen: “Diese Augenblicke der Reflexion wurden ihnen von Paul Golding und George Lucas präsentiert.” Lucas letzter Kurzfilm vor seinem Studienabschluss war gleichzeitig sein erster 16-mm-Film in Farbe, 1:42.08. Dieser Film spielte auf Lucas Vorlieben für Autorennen an, dabei spielt der Rennfahrer Pete Brock die Hauptrolle des angestrengten Rennfahrers, während seiner Testvorbereitungen auf einer Rennstrecke in Kalifornien.

Durch seine einfallsreichen Studentenfilme fand Lucas bei Studenten und Professoren hohes Ansehen. Dabei gibt er zu, dass er sich damals von vielen Kinofilmen vor dem Jahr 1964 inspirieren ließ, darunter auch Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben von Stanley Kubrick und Yeah! Yeah! Yeah! von Richard Lester. Besonders angesprochen haben ihn die Filme von Akira Kurosawa, John Ford und William Wyler.

Als Lucas im August 1966 an der University of Southern California sein Studium abschloss, wollte er seinen Militärdienst antreten und erwartete dabei, dass er nach Vietnam eingezogen werden würde. Bei der Musterungsuntersuchung stellte sich jedoch heraus, dass er an Diabetes litt und untauglich war. Anschließend nahm Lucas eine Stelle als Kameramann für Saul Bass an. Lucas assistierte ihm bei dem Film Why Man Creates (1968), der im gleichen Jahr einen Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm gewann.

Im Januar 1967 kehrte Lucas als Assistent von Seminarleiter Gene Peterson an die University of Southern California zurück. Während dieser Zeit drehte Lucas eine frühe Version von THX 1138, damals noch unter dem Titel THX 1138:4EB (Electronic Labyrinth) bekannt. Bei diesem Kurzfilm handelt es sich um einen komplexen, aber abstrakten Nachfolger von Freiheit, jedoch mit einem Happy End. Mit seinem früheren Partner von Herbie, Paul Golding, produzierte Lucas seinen nächsten Kurzfilm mit dem Titel Anyone Lived in a Pretty How Town. Dieser Fantasyfilm spielte auf das gleichnamige Gedicht von E. E. Cummings an und spiegelt dieselbe impressionistische und surreale Erzählung des Dichters wieder.

Knapp einen Monat später drehte Lucas erneut einen Dokumentarfilm, der auf informative und eigenwillige Weise die Beziehung eines Disc Jockeys zu seinem Publikum aufklärt. Der Kurzfilm The Emperor handelt von einem Radiobetreiber und erläutert scherzhaft die Diskrepanz zwischen dessen Zuhörern und der Realität. Dieser Film drehte Lucas ohne ein Konzept, was dazu führte, dass er bei den Dreharbeiten absichtlich viel Filmmaterial aufnahm, um im Schneideraum einen Film daraus zu machen.

Im Frühjahr 1967 schlug die University of Southern California im Auftrag von Columbia Pictures zwei Freunde von Lucas für die Regieführung des Studienprojekts Mackenna’s Gold vor. Als einer von ihnen das Projekt absagte, schlug man wiederum Lucas als Nachfolger vor. Bei den Dreharbeiten war er über die sehr dekadenten Arbeitsmethoden entsetzt und verlor das Interesse an Filmen mit hohen Budgets. Er wollte weniger ins Spielfilmgeschäft einsteigen und Filmproduktionen leiten, sondern eher Kameramann für Dokumentarfilme werden. Die Filmarbeiten wurden am 18. Juni 1967 abgeschlossen. Lucas nahm dieses Datum zum Anlass für seinen nächsten Kurzfilm, der den Titel 6.18.67 trägt. Der Film wurde aus Restmaterial von Mackenna’s Gold zusammengestellt.

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