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Schwierigkeiten bei der Finanzierung

 

Schwierigkeiten bei der Finanzierung

Deutsch-amerikanische Koproduktion

Die Bavaria Film International sichert sich im Jahre 1975 die Filmrechte für den zum Bestseller avancierte Kriegsroman Das Boot von Lothar Günter Buchheim. Der damalige Generaldirektor Helmut Jedele plant über eine Koproduktion mit finanzstarken amerikanischen Produktionspartnern den aufwendigen Film zu realisieren. Unter der Regie von John Sturges und Robert Redford in der Hauptrolle des Kapitäns soll das Buch im großen Stile verfilmt werden. Doch als Lothar Günter Buchheim die Drehbuchfassung des amerikanischen Autors Ronald M. Cohen liest, droht er seinen Rückzug an. Für ihn hat das vorliegende Drehbuch nichts mehr mit der Realität zu tun, die er selbst im Krieg erlebt hatte.

Die US-Amerikaner wagen einen zweiten Anlauf und stellen ein neues Team zusammen. Diesmal soll p:4386 Regie führen und Paul Newman die Hauptrolle übernehmen. Aber auch das neue Drehbuch weiß den impulsiven Lothar Günter Buchheim nicht zu versöhnen. Das gesamte Projekt droht zu scheitern, obwohl bereits mehrere Million Deutsche Mark in den Bau der Kulissen geflossen sind.

Ein neuer Anlauf

Der Produzent Günter Rohrbach übernimmt als neuer Gemneraldirektor die Bavaria Filmstudios und damit auch das Projekt Das Boot. Günter Rohrbach überlegt sich ein neues Finanzierungskonzept. Er plant eine Koproduktion mit den Fernsehanstalten WDR und SDR ein. Zunächst soll der zweistündige Film in den Kinos anlaufen und zwei Jahre später die mehrteilige, insgesamt sechsstündige Fernsehserie im Fernsehen laufen.

Günter Rohrbach gewinnt Wolfgang Petersen als Regisseur. Der ambitionierte Regisseur ist begeistert von dem Projekt und verfasst sofort eine eigene Drehbuchfassung. Obwohl Lothar Günter Buchheim inzwischen auch ein eigene Drehbuch seines Romanstoffes auf den Tisch legt, setzt sich Wolfgang Petersen Version durch. Die Verfilmung von Lothar Günter Buchheim eigener Fassung hätte einen 15-stündigen Film hervorgebracht.

In ernsthafte Finanznot gerät die Produktion noch einmal, als der 1:1 Nachbau des Bootes vor der bretonischen Küste, während eines Sturmes zerbricht und sinkt. Trotz dem nötigen Aufstocken des Finanzbedarfs hält Günter Rohrbach an dem Projekt fest. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde noch nie so viel Geld für eine deutsche Filmproduktion investiert. Am Ende macht sich die Investition aber bezahlt. Nicht nur finanziell ist der Film erfolgreich, auch künstlerisch erfährt der Film viel Anerkennung. Er wird insgesamt für sieben Oskars nominiert.

Quellen

  • Die Wahrheit blieb auf Tauchstation Artikel von Lothar Günter Buchheim in der GEO
  • Informationstafeln bei der Ausstellung “Das Boot – Revisited” im Deutschen Filmmuseum Frankfurt/Main vom 19.09.2006-07.01.2007
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