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Giganten im Geiste

 

Giganten im Geiste

Inselbegabte oder Savants

Faszinierende Einzelfähigkeiten stehen im Widerspruch zu einem verhältnismässig niedrigen Intelligenzquotienten: Die Rede ist von sogenannten “Inselbegabten” oder auch “Savants”.

Im Alltag sind sie meist hilfsbedürftig und behindert, während sie in einzelnen Disziplinen zu Leistungen in der Lage sind, die die Fähigkeiten der “Normalbegabten” im hohen Maße übersteigen. Etwa 50% der “Savants” sind Autisten, d.h., unfähig, mit ihrer Umwelt und den Mitmenschen Kontakt aufzunehmen. Aber nicht alle Autisten sind gleichzeitig Savants. Ihre Fähigkeiten reichen von hoher mathematischer Begabung und Kombinationsgabe bis hin zu außerordentlichen musikalischen und künstlerischen Fähigkeiten.

Nur etwa 50 Inselbegabte gibt es weltweit, und immer noch stellen sie weltweit nicht nur die Psychologen sondern auch die Hirnforscher vor unbeantwortete Fragen.

Savant Kim Peek

Nachdem der Drehbuchautor Barry Morrow für die Vorlage zum Fernsehfilm Bill, in dem Mickey Rooney sensibel und glaubwürdig die Rolle eines geistig behinderten Mannes spielte, eingehende Recherchen betrieben hatte, wurde er 1984 zu einem Kommittee der Association for Retarded Citizens (ARC) nach Arlington, Texas, eingeladen. Dort traf er das erste Mal auf Fran Peek, der ihn bald mit seinem Sohn Kim Peek zusammenbrachte.

Bereits bei Kim Peeks Geburt war sein Kopf um ein Drittel größer als der von anderen Neugeborenen. Und heute noch ist er unfähig, sich selbst eine Mahlzeit vorzubereiten oder sich die Zähne zu putzen. Allerdings hat er ein Gedächtnis, das ihn Bücher zitieren lässt, die er nur einmal gelesen hat. Jede Melodie, die er einmal gehört hat, kann er mitsingen, und er kennt unzählige Geschichtsdaten und zu jedem Kalenderdatum auch den Wochentag.

Die Idee zu Rain Man

Für Barry Morrow war die Begegnung mit Kim Peek der ausschlaggebende Impuls, das Drehbuch zu Rain Man zu schreiben. Mit viel Aufwand recherchierte er weiter zum Savants-Syndrom und kreierte letzten Endes die Figur des Raymond Babbit, die im Film von Dustin Hoffman verkörpert wurde. Dabei sollte die Figur des Raymond zunächst ein fröhlicher, zugewandter Mann sein. Erst Dustin Hoffman Einwände führten dazu, dass Raymond ein in sich gekehrter Charakter wurde.

Auch Dustin Hoffman selbst hatte nämlich in Vorbereitung auf seine Rolle eingehende Recherchen betrieben. Er besuchte regelmässig Heime, in denen er autistische Patienten und ihre Verhaltensweisen beobachtete, und er suchte mehrere Menschen mit dem Savant-Syndrom auf. Weiter setzte er sich auch mit der Psychologie-Professorin Beate Hermelin in Verbindung, die sich schon seit vielen Jahren der Erforschung der Savants gewidmet hat und ihm Auskunft über Verhaltensmuster und Besonderheiten ihrer Patienten geben konnte.

Der Erfolg des Films

Dass die Recherchen sich gelohnt haben, beweist nicht nur die Anerkennung, die der Film weltweit auch bei Behinderten-Vereinigungen erfahren hat, sondern auch die Tatsache, dass er bei der Verleihung der Academy Awards insgesamt vier Oscars gewann. Neben dem Oscar für den Besten Film und die Beste Regie erhielten sowohl Dustin Hoffman die Auszeichnung als Bester Hauptdarsteller als auch Barry Morrow den Oscar für das Beste Drehbuch.

Um sich bei ihm für die Unterstützung bei der Recherche zu bedanken, gab der Drehbuchautor die begehrte Trophäe weiter an Kim Peek.

Quellen

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