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Angst essen Seele auf

 
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Filmdaten

Status:
Veröffentlicht am 1974-03-05
Laufzeit:
89 Minuten
Budget:
$130,000
Sprachen (im Original):
Deutsch
Produktionsfirmen:
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Dieser schlichte und feinfühlige Fassbinder-Film ist ein ergreifendes Melodrama über Einsamkeit, Kleinbürgerlichkeit und Doppelmoral. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die tabuisierte Liebe zwischen der älteren Emmi und dem dunkelhäutigen, jüngeren Gastarbeiter Ali.

Mit Angst essen Seele auf führt Rainer Werner Fassbinder seine Adaptionen von Douglas Sirk-Filmen fort. Die Übertragung der Hollywood-Melodramatik Sirks auf das deutsche Kleinbürgertum in Kombination mit der stilistischen Inszenierung Fassbinders, schuf etwas völlig Neues. Der Film trug entscheidend zum Durchbruch des Neuen Deutschen Films im Ausland bei.

Handlung

“Das Glück ist nicht immer lustig” – diesen Satz stellt Rainer Werner Fassbinder an den Anfang des Filmes

Wo die Liebe hinfällt

Die verwitwete, sechzigjährige Emmi Kurowski (Brigitte Mira) hat drei Kinder. Um ihre Rente aufzubessern, geht sie tagsüber putzen. Abends sitzt sie vor dem Fernsehgerät. Als sie eines Tages vor einem Regenschauer in eine marrokanische Bar flüchtet, lernt sie Ali (El Hedi ben Salem) kennen. Der zwanzig Jahre jüngere Marokkaner fordert – animiert von einer Bekannten – Emmi zum Tanzen auf. Sie unterhalten sich. Er begleitet sie nach Hause, hat ein offenes Ohr für sie und bleibt nach einer Tasse Kaffe über Nacht. Am nächsten Morgen verspürt Emmi Angst ob der neuen Situation. Doch Ali weiß ihr erregtes Gemüt mit seinem gebrochenen Deutsch zu beruhigen: “Nix Angst. Angst essen Seele auf!” Die beide verlieben sich ineinander.

Druck von Außen

Die Liebe zu einem jüngeren Ausländer wird von Emmis Umfeld nicht verstanden. Widerstand baut sich auf. Die Nachbarinnen Frau Kargus (Elma Karlowa), Frau Ellis (Anita Bucher) und Frau Münchmeyer (Lilo Pempeit) tuscheln im Hausflur. Das Ehepaar Angermayer (p:2741, Doris Mattes] verweigert Ali in ihrem Kolonialwarenladen einzukaufen. Ihre Arbeitskolleginnen Paula (Gusti Kreissl), Hedwig (Margit Symo) schließen sie aus. Selbst ihre Söhne (Karl Scheydt, Peter Gauhe), sowie ihre Tochter Krista (Irm Hermann) und deren Mann Eugen (Rainer Werner Fassbinder) bringen gegenüber dem Verhältnis nur feindseliges Unverständnis auf.

Nach Beschwerden der Nachbarn bei dem Vermieter wird Emmi darauf hingewiesen, dass es ihr nicht gestattet ist, Untermieter in ihre Wohnung aufzunehmen. Kurzerhand teilt sie mit, dass Ali kein Untermieter sei, sondern ihr künftiger Ehemann. Die beiden nehmen die Aussage als Anlass und heiraten wirklich. Die Feindseligkeit nimmt nicht ab. Verzweifelt bricht Emmi bei einem Restaurantbesuch, bei dem das Ehepaar von den Kellnern nicht bedient wird, in Tränen aus. Beide beschließen in die Flitterwochen zu fahren und danach einen neuen Anfang zu wagen.

Die innere Zerreißprobe

Und in der Tat sieht nach der Rückkehr die Welt völlig anders aus. Das Paar wird anscheinend akzeptiert, wenn auch aus eigensüchtigen Gründen: Angermayer komplimentiert Emmi wieder in seinen Laden hinein, da er auf ihren Konsum nicht weiter verzichten mag. Emmis Kinder brauchen sie als Babysitterin. Die Nachbarinnen können einen starken und vor allem belastbaren Mann im Haus gut gebrauchen. Und die Kolleginnen haben eine neue Vorarbeiterin bekommen und hoffen auf Emmis Solidarität. Zudem stellen sie fest, dass Ali so gar nicht dem Klischee vom schmutzigen, faulen Ausländer entspricht.

Doch als der äußere Druck abnimmt, wächst der innere: Die Atmosphäre zwischen ihnen wird frostiger. Als Emmi beginnt Ali als nützliches Objekt zu behandeln anstatt als Menschen mit dem Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Zuwendung, geht Ali wieder häufiger in die Kneipe. Mit der vollbusigen Bardame Barbara (Barbara Valentin) fängt er ein Verhältnis an. Er übernachtet bei ihr und kommt irgendwann überhaupt nicht mehr nach Hause zu Emmi. Sie sucht ihn beri seiner Arbeitsstelle auf und erklärt ihm, dass sie Verständnis für seine Bedürfnisse hat. Sei sei bereit ihm seine Freiheiten zu lassen, aber er solle doch bitte zu ihr zurückkehren. Da bricht Ali zusammen: Im Krankenhaus erläutert ein Arzt, dass Ali ein Magengeschwür hat. Da Gastarbeitern aber kein Kuraufenthalt gewährt wird und sie nur operieren können, werde das Geschwür erfahrungsgemäß immer wieder kommen. Emmi weint an Alis Krankenbett.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen im Netz

Quellen und Literatur

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