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66/67 - Fairplay war gestern

 
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Filmdaten

Status:
Veröffentlicht am 2009-11-19
Laufzeit:
118 Minuten
Sprachen (im Original):
Deutsch
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Drama um Männerfreundschaft, Fußball und Hooligans. Sechs junge Männer sind Fans des Fußballvereins Eintracht Braunschweig - und leben ihre Leidenschaft, auch gegen den Widerstand ihrer Freunde und Familie. Während die meisten Gleichaltrigen längst weggezogen sind, versteckt sich diese Clique vor nur einem Ziel: ihren Verein zum Sieg zu bringen.

Handlung

Für sechs junge Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, bildet der Fanclub des Fußballvereins Eintracht Braunschweig das Zentrum ihres Lebens und ihrer Freundschaft. 66/67 ist der Name ihres Clubs und das Jahr, in dem Eintracht Braunschweig Deutscher Meister wurde. Florian, Otto, Henning, Christian, Tamer und Mischa haben sich mit ihrem 66/67-Branding nicht nur heroisch das Versprechen gegeben bedingungslos, für einander einzustehen, sie zelebrieren nach Abpfiff der regulären Spielzeit auch den Spaß an der Gewalt in der dritten Halbzeit. Dabei gehen sie mit einer Radikalität vor, die keine Rücksicht auf Schmerzen zulässt.

Hinter dem Fan-Dasein steckt jedoch der tiefe Wunsch, eine Konstante im Leben zu finden, die unantastbar ist – ihre Freundschaft Nach und nach entdecken die Jungs jedoch, dass ihre individuellen Schwierigkeiten nicht mehr innerhalb der Gruppe zu lösen sind. Jeder der Protagonisten hat seine eigenen Probleme, die sich hauptsächlich außerhalb des Stadions befinden. Die Freunde müssen feststellen, dass nicht ihr Verein, sondern sie selbst vor ihren größten Herausforderungen stehen…

Rezeption

66/67 – Fairplay war gestern erhielt überwiegend gute Kritiken. Für Ulrich Kriest von der Stuttgarter Zeitung gehört 66/67 zu den “positiven Überraschungen dieses Filmjahres”. Rainer Gansera von der Süddeutschen Zeitung lobt, “dass „66/67“ in seinen stärksten Momenten an den frühen Scorsese erinnert”. Oliver Baumgarten (schnitt.de) spricht von einem ungewöhnlichen Porträt einiger Kleinstadtexistenzen, die der gesellschaftliche Druck und die Angst vorm Leben zu komplettem Stillstand führt. [...] Das erschreckend Pathologische ihres Handelns verleiht dem gut gespielten Film etwas Extremes, das der leicht eigenwilligen Dramaturgie auf spannende Weise in die Karten spielt.” Peter Körte lobt in der FAS: “Wie man es anders machen, wie man von Handlungen erzählen kann, die strafbar und moralisch unakzeptabel sind, ohne sich zu übernehmen, das zeigt einer dieser kleinen Lichtblicke, auf die man im deutschen Kino gelegentlich doch noch trifft.” Er betont: “Dass man als Fußballfan den kryptischen Titel entziffern kann, heißt nicht, es sei ein Fußballfilm.”

Viele Kritiker heben die Besetung von 66/67 hervor. Rainer Gansera von der SZ freut sich über “brilliante Darsteller (allen voran Fabian Hinrichs) und ungemein präzise, lebendige, mit dramtischer Hochspannung aufgeladene Dialoge”. Ulrich Kriest spricht in der Stuttgarter Zeitung “von einem interessanten Darstellerensemble, das zwar manchmal seine Theatererfahrungen nicht zu zügeln weiß, sich aber immer wieder zu intensiven Szenen aufschwingt.” Stefan Volk (film-dienst.de) hat einen “dramaturgisch überzeugend aufgebauten Ensemblefilm” gesehen. Sebastian Handke vom Tagesspiegel lobt die “begabten Darsteller” und Nino Klingler (critic.de) betont: “Die Darstellerriege ist ausnahmslos großartig. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Figuren nicht unter den manchmal arg hölzernen Dialogen leiden.” Nur Michael Meyns (programmkino.de) moniert: “Die jungen Schauspieler agieren nicht immer überzeugend”, ihre zur Schau gestellte Härte wirke bisweilen forciert und unglaubwürdig.

Gänzlich überzeugt zeigt sich die Kritik von Kamera und Filmoptik. Der Tagesspiegel spricht von einem “ansprechend fotografierten Film”, Michael Meyns meint, er sei “stark gefilmt, meist sehr atmosphärisch”. Nino Klingler von critic.de: “Der Film überzeugt, nicht nur durch seine Darsteller, sondern auch durch eine stimmige Optik. Sehr undeutsch sieht das aus, ein körniges Bild, entsättigte Farben und diffuse Schatten. Die Kamera von Ngo The Chau ist mobil, ohne übertrieben wackelig zu sein, stets auf der Suche nach den Gesichtern der Figuren. Die Farbdramaturgie folgt dem zeitgenössischen amerikanischen Kino, Hautfarben werden ergänzt durch gedeckte Komplementärtöne in Blau, Grün und Grau.”

Weiterführende Informationen

Quellen:

  • http://www.tagesspiegel.de/kultur/Filmstart-66-67-Hooligans;art772,2954468
  • http://www.schnitt.de/202,5870,01
  • http://film-dienst.kim-info.de/kritiken.php?nr=10365
  • http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2283301_0_9467_-66-67-fairplay-war-gestern-fussball-ist-unser-gewalttaetiges-leben.html
  • http://www.programmkino.de/cms/links.php?link=1117
  • http://www.critic.de/filme/detail/film/66-67—-fairplay-war-gestern-1866.html
  • Rainer Gansera in der Süddeutsche Zeitung am 02/11/09 über die 66/67-Deutschland-Premiere auf den Hofer Filmtagen 2009
  • Peter Körte in der FAS vom 15.11.2009

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